Milch und Kultur

Milch und Kultur

MuK

Transkript

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00:00:01: Ich wollte ursprünglich erst Geige spielen und dann war das so von meinen Eltern so, nee ich finde mir kein Lehrer hier.

00:00:08: Sucht ihr was anderes aus?

00:00:09: Dann Klavier!

00:00:10: Ah ne, so ein großes Instrument stellen wir uns jetzt nicht in die Wohnung.

00:00:14: Sehr gut, dann probieren wir es mit der Gitarre.

00:00:21: Ja, mein großer Unterschied ist dass in der Türkei halt des völlig okayes Lieder aus dem neunzehnten Jahrhundert oder Anfang zwanzigstes Jahrhundert noch zu spielen.

00:00:33: Es ist kein nationalistisches Lied gut, sondern die Songs gab es ja.

00:00:37: bevorst den Start Türkei zum Beispiel gab's die Songs ja auch schon teilweise.

00:00:43: also das heißt wir sind letztendlich zeitlos und die stecken

00:00:48: natürlich

00:00:49: voller Metaphern voller Mystik.

00:00:58: Herzlich willkommen zur einer weiteren Ausgabe Milch & Kultur.

00:01:01: heute zu Gast ist Musiker Engin.

00:01:04: ich freue mich sehr dass du da bist.

00:01:05: herzlich willkommen.

00:01:06: Vielen Dank, dass ich da sein darf.

00:01:07: Hi!

00:01:07: Es geht los.

00:01:08: in diesem Podcast immer mit einem Spiel das heißt kurze Frage, kurze Antworten musst du entweder Sätze beenden oder Fragen kurz beantworten.

00:01:15: es geht los.

00:01:16: Milch ist für mich

00:01:17: ein nicees Getränk.

00:01:19: Trinkst du wozu trinkst Du Milch pur?

00:01:22: Oder

00:01:23: ab und zu wenn Ich mich in meine Kindheit zurückziehen möchte für ein paar Minuten dann mache ich

00:01:29: Das letzte Mal im Kino war ich

00:01:31: gestern.

00:01:32: was hast du gesehen?

00:01:32: Ich habe nichts gesehen.

00:01:35: Der Fail war, ich war letzte Woche in der Sneak in einem Kino und das war die Ausnahme.

00:01:42: Bin dann wieder in meinen Stammkino in die Sneak gegangen und die haben tatsächlich denselben Film gezeigt.

00:01:47: deswegen bin ich nach fünf Minuten gegangen.

00:01:50: How to make a killing!

00:01:53: Das letzte gute Album dass ich gehört hab war... ...

00:01:58: das letzte gute Album zeitlich oder so im Sinn von?

00:02:01: Ja, zeitlich also zeitlich jetzt vor kurzem genau.

00:02:04: Vor kurzem...

00:02:06: Father John Misty I Love You Honey Bay habe ich mal wieder gehört und ist einfach ein grandioses Album.

00:02:13: Gehst du manchmal ins Theater?

00:02:15: Ja gerne ja.

00:02:18: Und hast Du denn vorlieben was Du anschaust?

00:02:22: Ich bin also ich gehe gern wenn ich schaffe in Berlin zur Schaubühne ... oder als ich in München mal gewohnt habe, eine Zeit lang im Kamertheater.

00:02:30: Ich bin da sehr, sehr offen.

00:02:32: also so Hauptsache es geht nicht vier Stunden oder so.

00:02:35: Wenn du nicht Musiker wärst was wärst du dann?

00:02:38: Psychologe!

00:02:39: Ja hab' ich auch studiert.

00:02:41: Gibt's noch andere Tätigkeiten die dich reizen würden... ...oder Berufe wo du mir schon mal gedacht hast auch geil?

00:02:45: Ich hab lange Zeit Theater gespielt.

00:02:47: das hat mal eine Zeitlang rumgegeistert.

00:02:50: Fand ich auch cool.

00:02:52: aber wahrscheinlich wäre es ist wäre PsycholoGE Überlegen so.

00:02:58: Irgendwas am Meer, aber nicht animateur.

00:03:01: wahrscheinlich wäre auch okay.

00:03:04: Okay Segel irgendwas auf dem Boot?

00:03:08: Ja irgendwas auf einem Boot Aber ich habe ein bisschen Angst vor tiefem Wasser, aber auf den Boot geht's.

00:03:16: Okay Stadt oder Land?

00:03:19: Stadt.

00:03:21: Dieses Buch sollte man unbedingt mal lesen.

00:03:26: Ich schau kurz nach hinten Das ist, da hast du mich jetzt.

00:03:34: Ah ja!

00:03:35: Balzac verlor eine Illusion.

00:03:37: Warum?

00:03:39: Es ist einfach so ein krasses Gesellschaftsporträt von Paris des achzehnten Jahrhunderts und es ist so aktuell.

00:03:48: die Triebe, die die Leute antreiben ihre Sachen zu tun, die Intrigen und wie die Gesellschaft funktioniert.

00:03:55: das ist echt heftig und so gut beschrieben.

00:03:58: also sollte man gelesen haben.

00:04:00: Okay, bevor es ein bisschen länger wird vielleicht wer bist du und was machst du überhaupt?

00:04:05: Sorry ich habe das gerade nicht verstanden.

00:04:06: Bevor es etwas länger wird, wer bist Du überhaupt

00:04:09: und was machst

00:04:09: Du?

00:04:10: Ja!

00:04:11: Ich bin Engin, ich spiele in der Bandenginn, ich singe und spiele Gitarre.

00:04:15: und ja wir machen deutsch-türkischen Indy Rock und wir spielen einige Konzerte sowohl im deutschen Raum als auch europäischen Nachbarnländern unter Rene Türkei und das ist mein Beruf.

00:04:30: Jetzt hast du gerade schon über Literaturen, Theater gesprochen.

00:04:34: Wann hast du ein Theater gespielt und wo?

00:04:36: Und wie kam es dazu?

00:04:37: Ja ich bin in der Kleinstadt aufgewachsen so in der Nähe von Karlsruhe Bretten und da kam mal nicht glaube ich in der zweiten Klasse kann man die Theaterleiterin vom örtlichen kleinen Theater und hat gemeint ja sie suchen Leute für fürs Kindertheater soll sich doch einfach da anmelden und mitmachen.

00:05:01: Und dann haben wir so eine kleine Übung gemacht, habe gemerkt es hat mir voll Spaß gemacht.

00:05:04: Dann bin ich heim und hab gesagt ja ich möchte ins Theater gehen und dann bin ich dabei geblieben bis ich achtzehn war, also bis ich dann mit der Schule fertig war.

00:05:13: das wäre ziemlich cool.

00:05:14: Das heißt zehn Jahre ungefähr?

00:05:16: Ja absolut!

00:05:18: Und danach hast du aufgehört, auch nach der Schule?

00:05:21: Ja.

00:05:21: Nach der Schule hab ich aufgehört mit dem Studium oder habe mich da schon ganz der Psychologie sozusagen gewidmet bzw.

00:05:29: ein Jahr lang nach dem Abi gearbeitet und in Bands gespielt... ...und mich dann für das Psychologiestudio entschieden hat.

00:05:37: Dann hatte es so bisschen geruht aber dann war ich halt aktiver Theatergänger.

00:05:41: Gab's so Rollen die dir noch eine Erinnerung sind, die du besonders gemacht hast oder auch gehasst?

00:05:47: Ich durfte oft dominante Tyrannen spielen.

00:05:51: Also ich weiß nicht, ob das was aussagt über meine Qualität in einer Band zu spielen aber nee, das hat Spaß gemacht.

00:05:58: Du war schön dass dann in so einem Kontext irgendwie rauslassen zu können ja irgendwie so herrische Leute

00:06:10: und in der Oberschufe war es dann Theater oder Literatur?

00:06:13: Genau, ich habe sogar mein mündliches Abi in Literaturen und Theater gemacht.

00:06:17: Es war ziemlich cool dass es ging.

00:06:19: da durfte ich ein Monolog vorspielen... ...und das war cool.

00:06:23: also war ich sehr happy!

00:06:25: Hast du mal überlegt auch Schauspiel zu werden?

00:06:29: Ja eine kurze Zeit lang habe ich mit dem Gedanken gespielt.. ..und dann als ich mich dann intensiver damit beschäftigt hab was dann alles dazu kommt dass man auch tanzen lernen muss und so Da habe ich gemerkt, da sind so ein paar Hürden, die ich vielleicht jetzt aktuell nicht nehmen will und ich konzentriere mich eher mehr auf die Musik.

00:06:48: Wenn ich eine Gitarre in der Hand habe, fühle ich mich dann doch schon wohler in meinem

00:06:51: Körper.".

00:06:52: Und Literatur begleitet dich auch schon dein Leben lang.

00:06:56: oder welche Bedeutung hat Literatur?

00:06:58: Absolut!

00:06:59: Ich hab immer schon super viel gelesen... Also mit einem Bruder ist er zwölf Jahre älter als ich und wir hatten, als ich so in der dritten Klasse war den Deal Ich darf Herr der Ringe den ersten Film gucken, wenn ich das Buch vorher gelesen habe.

00:07:14: und er hat gedacht, ich mach' es nicht.

00:07:16: Und die Bücherei-Verkäuferin wollte mir das auch erst gar nicht geben weil ich zu jung bin.

00:07:20: und dann hab ich gesagt ihr habt aber alles von Harry Potter schon gelesen was es gibt?

00:07:24: Und dann hat sie mich so ein bisschen abgefragt und hat gesagt ja ok dann mach mal!

00:07:28: Und ich hab die Bücher...ich hab die verschlungen.

00:07:30: Das war krass also so eines meiner prägendsten Leseerfahrungen.

00:07:34: Und dann durfte ich den Film gucken Und das war dann auch cool.

00:07:37: Motivation,

00:07:38: ja.

00:07:41: Hast du jetzt noch Zeit für Bücher und Literatur oder?

00:07:45: Ja ich... Mussten wir dir

00:07:45: den Raum...?

00:07:47: Also ich versuche mir wieder zu nehmen weil ich gemerkt habe so okay wenn man irgendwie also wenn man auch Text da ist es super wichtig zu lesen und auch vielfältige Sachen zu lesenen und auch ein bisschen Ja, auch auszuhalten zum Beispiel wenn etwas gerade nicht super easy reinläuft und man ein bisschen kämpfen muss darum um das Verständnis.

00:08:12: Und ich habe gemerkt über die Jahre und durch zunehmendem Social Media Konsum ist diese Fähigkeit so ein bisschen abgeflacht... ...und es hat mich dann geärgert.

00:08:19: deswegen ich das jetzt auch wieder aufgenommen hab und da versuche auch mehr Konzentrationen da reinzubringen weil das ist super schade wenn das verloren geht weil da steckt zu viel.

00:08:29: Also erst stecken so viel Schätze und Inspiration in Literatur, also man kann so viel lernen.

00:08:35: Und auch mitnehmen

00:08:38: ist wichtig.

00:08:39: Hast du Lese-Routinen?

00:08:40: Ich weiß nicht ob du den kennst Wolfgang M. Schmidt vor kurzem zu Gast und das Filmkritiker liest aber auch an mehrere Podcasts, in denen er sehr viele etwas kompliziertere Sachbücher bespricht und der macht sich so Routine, dass es sich dann tischen... hat sich, nimmt sich dann vor so und so viele Seiten.

00:08:57: Und hast du so Routine oder Orte an denen du gern liest?

00:09:02: Ja vom Schlafengehen weil ich dann spätestens nach fünfzig Seiten dann auf jeden Fall müde bin.

00:09:08: aber ich habe immer so eine Fünfzigseiten ist so ne.

00:09:11: also wenn mich ein Buch guckt dann sind es direkt fünfzig seiten wenn nicht irgendwie... Also ich schaff das nicht dieses.

00:09:17: ok ich lese jetzt zehn zwanzig Seiten und dann leg' ich's weg sondern wenn es mich wirklich erwischt ... dann zerstört's auch meinen Tagesablauf, also bisweilen das ist schon... Ja.

00:09:30: Das kann leicht passieren!

00:09:32: Deswegen hat es Suchtpotenzial auf jeden Fall.

00:09:34: Das ist

00:09:34: ja auch nichts Schlechtes glaube ich bei Büchern.

00:09:36: Nee, auf jeden fall.

00:09:38: Genau.

00:09:39: Ich würde bevor wir über das Album sprechen, dass letzte Woche erschienen ist, sagt mir Alemania, würd' ich gerne nochmal ein bisschen über dein Werdegang.

00:09:49: klingt zu drof?

00:09:49: Aber deinen Weg zur Musik Sprechen, du hast schon gesagt Theater und Literatur hatte ich lange begleitet.

00:09:59: Wie kommst das zu Musiker bist?

00:10:02: Du hast ja genau Psychologie studiert und ich glaube auch nicht alle wollten immer gerne vielleicht dass du Musiker wirst.

00:10:09: wie bist du Musikern geworden?

00:10:12: Ja so ist jetzt nicht mehr in die Wiege gelegt worden sagen wir es mal so.

00:10:15: also für meinen Eltern ist niemand musikalisch habe aber viel ... also kulturellen Support gekriegt.

00:10:26: Ich hab halt viel so auch von meiner Tante und so, also viel so CDs damals, Kassetten mit klassischer Musik auch geschickt bekommen und hab die eigentlich verschlungen.

00:10:41: Und für meinen Bruder hab ich dann auch früh so Punkrock Hip-Hop und ein bisschen türkische Musik so mitgekriegt.

00:10:49: Also Musik war schon immer hat mich schon immer sehr gereizt und ich wollte ursprünglich erst Geige spielen.

00:10:55: Und dann war das so von meinen Eltern so, boah nee also weiß nicht finden wir keinen Lehrer hier sucht ihr was anderes aus?

00:11:03: Dann Klavier.

00:11:05: ah ne so ein großes Instrument stellen wir uns jetzt nicht in die Wohnung sehr gut an.

00:11:09: dann probieren wir es mit der Gitarre und dann bin ich in die Musikschule und hatte da ersten echt komischen Gitarrenlehrer, also der war wirklich merkwürdig so dass ich irgendwie eigentlich nach ein paar Wochen schon aufhören wollte mit dem Instrument.

00:11:26: und dann hat die liebe Sekretärin gemeint so hey versuchst doch mal bei diesem Lehrer.

00:11:32: Und dann bin ich zu meinem Gitarrelehrern gekommen zum Mac, den er mich mein ganzes Leben eigentlich begleitet hat, also bei dem ich Unterricht hatte bis ich dann achtzehn war und auch später in einer Band auch mit ihm zusammengespielt habe.

00:11:45: Also es war dann praktisch mein musikalischer Mentor, der mir super, super viel gezeigt hat und auch diese Liebe zur Musik eigentlich mit dem Instrument mitbeigebracht hat.

00:11:56: Was super prägend und wichtig war.

00:11:59: Du hast gesagt du kommst aus Bretten bei Karlsruhe.

00:12:02: Wie kann man sich den Ort vorstellen?

00:12:03: Und das kulturelle Angebot dort... ...und wie hast du so das gefunden was du machen wolltest

00:12:08: da?

00:12:09: Also ist eine Kleinstadt, sind zwanzigtausend Leute ... hat als kulturelles Highlight des Jahres einen ... ... Mittelalter Festival, was so richtig hart ... ... zelebriert wird vier Tage lang.

00:12:24: Drumherum also...

00:12:25: Du warst voll mit dabei?

00:12:28: Man musste!

00:12:29: Genau nicht in den Vereinen, aber ich bin immer da gewesen und ... ... ich hatte oft auch um diese Zeit Geburtstag.

00:12:34: das war ja mal sehr praktisch.

00:12:35: Also hättest du parallel eine Gegenveranstaltung organisiert, weil halt niemand gekommen ist wegen ... war natürlich logisch, dass man da voll mitmacht.

00:12:43: Aber es ist auch wirklich cool!

00:12:45: Es ist dann so mit Tänze auf dem Kirchplatz bis sieben Uhr morgens... Das hat schon was.

00:12:52: und ansonsten... Ich meine klar, es gab ein Theater.

00:12:54: das war super prägend und super schön, dass sich da so kreativ auszuleben durfte mit ganz tollen, super engagierten ehrenamtlichen Menschen Und dann halt wirklich Glück gehabt mit dem Gitarrenlehrer.

00:13:08: Also so einen hätte ich im Umkreis von zwanzig, dreißig Kilometern halt

00:13:13: nicht

00:13:13: gekriegt.

00:13:14: Manchmal muss man da einfach ein bisschen Glück haben.

00:13:19: Wie groß ist die Stadt?

00:13:21: Ja, zwanzichtausend Einwohner also wirklich ja und Karlsruhe ist so mit der Bahn eine halbe Stunde entfernt.

00:13:28: Okay.

00:13:29: Und dann gab es einen kann man gar nicht sagen umweg über die Psychologie.

00:13:37: Wie kam es dazu?

00:13:38: Was war dein Interesse in der Psychologie?

00:13:41: oder war das eher erfüllen von der Träume anderer.

00:13:46: Nee, also das auf keinen Fall.

00:13:48: ich habe mein Abi gemacht und irgendwie so ab der zwölften Klasse hat mich dann schon auch der Ehrgeiz gepackt ist gut zu machen weil ich dann so gedacht hab Boah ich weiß echt nicht was ich studieren will.

00:13:59: mit der Gitarre war das ein bisschen.

00:14:02: Das war so, beim Jazz hat es bei mir aufgehört einfach.

00:14:06: Da hat mein Horizont gestreikt.

00:14:08: Ich habe es versucht, ich hab mich versucht reinzubeißen aber nicht die Emotionen entwickelt für die Musik und da war irgendwie nur so... Also der mein Lehrer auch auf einer Jazzhochschule studiert hat, war für ihn so ja du solltest dann auch auf eine Jazzhochschule gehen und dann habe ich gemerkt so oh also ich kann das nicht, dass ist nicht was ich machen will Und dann war für mich so okay, wenn ich das nicht machen kann.

00:14:34: Dann kann ich ja auch nicht Gitarist sein und ich möchte auch kein Musiklehrer sein.

00:14:39: Also dieses Musikunterrichten habe ich eine Zeit lang mal für ein paar Wochen versucht Monate hochkommt und dann gemerkt, ich kann es nicht.

00:14:48: Das ist einfach entweder mein Ding machen oder das Nichtmachen können.

00:14:53: Und dann hatte ich halt so ne Zeit wo ich... Ich hab damals noch gar nicht gesungen.

00:14:57: Da waren noch gar nichts im Raum gestanden selber irgendwelche eigengeschriebenen Lieder dann vorzutragen oder eine Karriere als Songwriter, so eine Band zu gründen.

00:15:09: Da war einfach nur das Gitarre spielen da und dann war für mich okay was... Ich habe Interesse an Menschen, mir macht es Spaß unterhalten mit Menschen, rauszufinden.

00:15:21: Was treibt einen an?

00:15:23: Also in die Tiefe zu gehen, lange Konversationen über alle möglichen Themen ... mal so hergehört, Psychologie verbindet eigentlich super, super viele Interessen.

00:15:36: Und Mannheim spielt auch eine Rolle in deine musikalischen Werte gegangen?

00:15:42: Beziehungsweise was ist denn dann aus dem Psychologisch Studium geworden?

00:15:45: bzw... Ich

00:15:47: habe meinen Master gemacht!

00:15:48: Du hast den Master gemacht, das hast du nicht gesagt.

00:15:51: Ich hab abgeschlossen.

00:15:51: Also ich war jetzt echt, also meine ... ... meine zwanziger.

00:15:56: bis ich sieben und zwanzig war habe ich da zu ziemlich stringentes Psychologiestudium gemacht.

00:16:00: Ich war erst in Heidelberg, dann hab' ich in Dublin einen Auslandssemester gemacht und das war auch eine sehr coole Erfahrung, auch ein bisschen Musikkurse belegt weil ich da so frei studieren durfte... ...und dann war ich voll auf psychologen Karriere und bin nach München zum Master.

00:16:17: Und dort war es halt ganz witzig!

00:16:19: Dort habe ich in einem Zimmerwohnung gelebt und war sehr viel allein und dort habe ich auch angefangen Zum ersten Mal was zu schreiben.

00:16:30: Also je näher der Abschluss kam und dann die Perspektive auf, dass das irgendwann ein ernsthafter Job wird... ...und ich dann auch arbeiten muss.

00:16:40: Das so mehr kam die Musik und hat gesagt hey!

00:16:45: Ich bin auch noch da.

00:16:47: Vielleicht schenkst du mir mal ein bisschen Beachtung weil vielleicht ist es gar nicht der richtige Weg jetzt da deine Karriere zu starten?

00:16:57: Entscheinen pro Musik oder auch antipsychologie wie sind die Anteile da so gewesen.

00:17:04: Es war pro musik aber es hat dafür einen Schlüsselerlebnis gebraucht,

00:17:10: das da war.

00:17:11: und zwar durfte ich also ich habe ein bisschen eine Zeit lang während dem Studium mal auf Hochzeiten gespielt, Trauungen begleitet und habe da so meine ersten Gesangserfahrung gemacht.

00:17:23: Weil es vielleicht für die ersten Trauung in der Hochzeit dann weniger erfreulich als für die späteren.

00:17:28: Aber insgesamt war die Zufriedenheit da und das hat mich bestärkt und gesagt hey!

00:17:31: Das ist cool ich kann ja eigentlich singen Ich mache da weiter und ich übe und ich entwickel mich Und ähm... Es hat mich dann aber irgendwann halt gepackt nicht so ich hab irgendwie Bock.

00:17:42: Ich will jetzt mal was schreiben mich ja für Literatur interessiert und damals war Poetry Slam gerade so richtig auch ging durch die Decke.

00:17:50: Und ein bisschen so paar Slam Texte geschrieben, die ich niemals veröffentlicht habe oder vorgelesen hab.

00:17:55: aber okay wenn ich diese Texte schreiben kann vielleicht kann ich das hier aber auch auf die musikalisch machen dann ist es halt ein Songtext und dann kam da so sehr sowas Singer-Songwriter Liedermacheriges raus.

00:18:07: also es war in der Zeit als Farber so ziemlich berühmt wurde und es hat mir super gefallen.

00:18:12: Und mich auch da irgendwie beeinflusst und bestärkt.

00:18:16: Dann habe ich eines abends gesehen, dass Robert Trancis – ich weiß nicht ob du den noch kennst – der hatte mal einen großen Hit namens Junebug.

00:18:25: Der lief in Deutschland, Frankreich rauf und runter im amerikanischen Künstler.

00:18:31: Da ist danach dann so ein bisschen in der Versenkung verschwunden.

00:18:34: Indy hat so sein eigenes Ding komplett gemacht sich von den Majorn komplett losgesagt.

00:18:39: Dessen Album haben Jonas, mein jetziger Schlagzeuger und auch mein bester Freund.

00:18:45: Wir haben damals schon Musik gemacht mit vierzehn, fünfzehn Jahren bei Eminem Keller.

00:18:50: Wir hatten das Album rauf- und runtergehört und sagten, boah, es klingt so krass!

00:18:54: Das ist so cool!

00:18:54: Also wir waren große Fans und ich bin einfach auch Fan geblieben.

00:18:59: Eines Abends kam ich heim und habe gesehen... Er hat gepostet, er geht auf eine kleine Akustik-Tour durch Europa und er sucht Support Acts für die einzelnen Städte.

00:19:09: Da ich schon so ein bisschen angetrunken war und so... Ja, komm!

00:19:13: Also der spielt in Berlin.

00:19:16: Ich werde wahrscheinlich niemals nach Berlin zu dem Konzert gehen von München aber ich schicke ihm jetzt einfach diesen einen Song den ich aufgenommen habe Dann auch nicht weiter drüber nachgedacht, diesen Song geschickt.

00:19:30: Das ist ja deutschsprachig!

00:19:31: Was soll der da verstehen?

00:19:32: Also was soll er damit

00:19:33: anfangen?!

00:19:34: Und dann kam aber tatsächlich zwei Wochen später eine super super liebe Nachricht zurück.

00:19:39: Hey Engen ich habe irgendwie den Song gehört und ich verstehe zwar kein Wort, aber ich fühle es voll und ich bin voll bock dass du Support machst in Berlin.

00:19:47: und dann war ich so okay krass.

00:19:51: Verdammt jetzt muss ich sie auch machen und war erstmal in heller Panik hab mich zwei Wochen lang irgendwie heiser gesungen und mich irgendwie vorbereitet und das Hongs zusammengekratzt, noch zwei Cover reingeschmissen dass ich eine halbe Stunde spielen kann.

00:20:08: Und dann ist dieses Konzert tatsächlich passiert und es waren super viele Freunde und Familie.

00:20:15: meine Partnerinnen waren da und es war so... Es war so krass!

00:20:20: Also ich war so aufgeregt und so nervös und er hat dann auch irgendwie nach dem Konzett gesagt selb Du solltest Musik machen, du bist Musiker.

00:20:27: und dann war das so ja okay.

00:20:29: Dann mache ich

00:20:31: es.".

00:20:32: Und was folgte denn daraus?

00:20:35: Dann folgten daraus dass ich zurückbildend nach München viele Songslams gespielt habe.

00:20:40: Es war ein Format wo man mit gebliebenen Poetry-Slam nur mit Liedern.

00:20:44: Dass halt alles mögliche oder so Open Mics und Sachen gespielt haben einfach Routine zu kriegen und so bisschen Songs auszuprobieren.

00:20:52: Und dann war für mich klar ok jetzt ich schmeiß jetzt mein Studium nicht irgendwie ein Jahr vorher hin.

00:20:58: Aber dann habe ich überlegt, okay... Ich würde mir gerne noch ein bisschen Zeit verschaffen um mich wirklich intensiv mit Musik beschäftigen zu können.

00:21:07: und dann kam wieder die Idee von Ja du kannst ja nicht nur Jazz studieren sondern Du kannst ja auch Popmusik studieren.

00:21:13: Und dann kam Mannheim sozusagen auf den Plan und ich hab mich da beworben relativ heimlich Habs nicht vielen Leuten erzählt schon gar nicht mein Vater.

00:21:23: Der war da noch in ganz ... in ganz gerusamer Atmosphäre, weil er dachte sein ... ... das Wohnen hat bald den Masterpsychologie.

00:21:31: Und vielleicht macht der ja noch ein Doktor?

00:21:34: Das wäre seine Traumvorstellung gewesen!

00:21:37: Ja, es ist halt so bisschen dieses ... ... als Gastarbeiterkind sozusagen... ... diese Aufstiegsidee.

00:21:46: und dann hat aber also ich habe mich auch nicht viel vorbereitet muss ich sagen.

00:21:50: Ich hab wirklich drauf ankommen lassen.

00:21:52: bei mir war das okay.

00:21:54: Ich gehe da jetzt hin Ich probiere es und wenn die das gut finden, was ich mache, dann fange ich da auch an.

00:22:00: Und dann war's tatsächlich so... ...und dann musste ich auch zu meinem Vater gehen und sagen hey übrigens also... ...ich mach mein Studium fertig!

00:22:07: Also ich hab parallel noch meine Masterarbeit schreiben müssen aber auch mit der Popakademie abgeklärt.

00:22:11: Hey, ich muss meine Masterbeit im Psychologie noch fertig machen um die Fassade

00:22:15: zu wahren.

00:22:16: Genau, genau ob ich da noch eingeschrieben sein kann parallel.

00:22:20: Das haben sie gesagt für ein Semester gehts.

00:22:22: Gut.

00:22:23: Und mich zu meinem Vater hat gesagt, hey ich studiere jetzt noch Musik und er war nicht erfreut.

00:22:29: Darf ich fragen was deine Eltern beruflich gemacht haben?

00:22:31: Ja mein Vater hat bei der Sparkasse gearbeitet und meine Mutter war Chemielaborantin.

00:22:42: Was haben also in zu dem moment waren sie nicht erfreut und dann.

00:22:46: Die reaktion war unterschiedlich.

00:22:47: bitte die reaktionen waren unterschiedlich.

00:22:49: meine mutter ist eher so ein mensch.

00:22:50: die also hat immer schon gesagt ich mach was sich glücklich macht das auch sehr cool.

00:22:55: Und mein vater war natürlich, also mein vaters

00:22:59: türke nach der moto.

00:23:01: genau ist so.

00:23:02: und es hat dann irgendwie geschafft mit.

00:23:06: acht, neun Jahren hierhergekommen hat dann irgendwie Deutsch gelernt und es dann irgendwie geschafft einen sicheren Job nicht in der Fabrik sondern in der Bank.

00:23:14: Und das war auf jeden Fall also sehr von Sicherheit geprägt und vom Sicherheitsfunch sozusagen ein Leben.

00:23:20: Das sei das ich natürlich auch für uns gewünscht und dem habe ich ja mal einen fetten Strich durch die Rechnung gemacht in seiner Welt.

00:23:27: Also da war er auf jeden fall tief beleidigt eine Zeit lang!

00:23:32: Und hat das einfach Zeit gebraucht?

00:23:34: Oder ist er immer

00:23:36: noch

00:23:36: als Kippel?

00:23:37: Nein,

00:23:38: gar nicht.

00:23:39: Jetzt ist er Riesenfan.

00:23:40: Es hat so lange gebraucht bis er gesehen hat dass man damit Geld verdienen kann.

00:23:48: Okay, spannend!

00:23:50: Dann bist du in Mannheim angenommen worden und hast wieviel Jahre da verbracht?

00:23:56: Ich wohne immer noch in Manheim.

00:23:57: Ich habe drei Jahre studiert.

00:24:02: Genau, ich habe einen Bachelor da gemacht und es lief viel halt komplett in Covid.

00:24:07: Also das heißt die Hälfte meines Studiums saß sich jetzt wie hier an einem Mikrofon vor Zoom ein sehr bekanntes Bild auf jeden Fall Und hab da irgendwie versucht Musikstudium draus zu machen.

00:24:21: also war natürlich ein bisschen schwierig.

00:24:22: die Umstände Auf der anderen Seite hatte ich ja schon als ich dann die Idee hatte was dass ich machen will ... dann auch cool, dass es dann auch viel Zeit dafür war.

00:24:33: Was würdest du sagen?

00:24:34: Hat dir das Studium dort gebracht für das was du jetzt machst?

00:24:39: Sehr viel!

00:24:40: Also in erster Linie hat's mir den David geschenkt sozusagen... also unseren Bassisten und auch mit ihm die erste EP produziert,... ...und ich hab ihn dort kennengelernt, also ohne die Pop-Akademie ist das gar nicht gegeben.

00:24:56: Und dann natürlich ein... Gespür für die Musikindustrie im Sinn von okay, was muss ich tun um eine Möglichkeit zu haben Geld zu verdienen damit.

00:25:07: Und natürlich auch ein riesen Netzwerk an Leuten drum herum wo man halt einfach einen guten Einstieg hat und dann später von den Kontakten zähren kann.

00:25:16: also das heißt wenn man irgendwo in einem Studio etwas aufnehmen will oder eine Live-Session drehen will und dass man da einfach ein tolles Netzwerk hat an fähigen Menschen Lust haben.

00:25:28: Also so, in erster Linie ist es eine große Kontaktbörse und in der zweiten Linie ein Studium würde ich sagen.

00:25:35: Und inwiefern ist das förderlich für einen eigenen Stil oder hinderlich sogar vielleicht auch?

00:25:41: Das was man draus macht also...

00:25:44: Wie viele Freiheiten hat man dann dabei?

00:25:46: Es ist ein Studium, d.h.

00:25:47: man muss halt seine Kurse machen und für mich war das natürlich ... Ich habe ja schon ein Studiums hinter mir und dachte so nie wieder Hausarbeiten wie geil ist das denn!

00:25:57: Und dann habe ich halt nochmal ein Bachelor gemacht und dann saß ich schon wieder vor Hausarbeiten.

00:26:02: Das war jetzt vom Niveau nicht ganz so wie beim Psychologie-Studium, deswegen konnte ich mich da ganz gut durchschlängeln.

00:26:10: aber es war natürlich nervig teilweise für mich weil ich dann ja auch dann teilt... Ich saß ja mit Leuten, ich war siebenundzwanzig und saß damit Leuten die jetzt irgendwie frisch Abi gemacht haben dran.

00:26:22: Aber diese theoretischen Sachen war ein bisschen anstrengend, aber so jetzt wenn es um praktische und den Unterricht ging am Instrument.

00:26:30: Und das war super.

00:26:32: also da sehr geholfen.

00:26:35: Ich muss echt ehrlich sagen ich bin froh dass sich so spät dazu gekommen bin weil ich schon relativ klar wusste was ich will und was ich nicht will und ich wäre auf jeden Fall mehr ein Suchender gewesen wenn ich jetzt irgendwie jünger dahin gegangen wäre und dann hätte auch sein können dass sie mich ein bisschen blenden oder verwirren hätte lassen können ... muss das jetzt kommerzieller sein?

00:26:56: Und so Sachen habe ich mir dann gar nicht gedacht, sondern es war sehr okay.

00:27:01: Ich bin aus einem speziellen Grund hier und... ...und jetzt finde ich raus was ich wirklich machen

00:27:07: will.".

00:27:08: Und um deinen eigenen Kopf so weiterhaben zu können, hat dir das geholfen, dass du auch immer im Kopf wusstest, also ich kann da auch noch ... ... eine Psychologie weitermachen.

00:27:17: oder hat dir es geholfender unabhängiger zu denken oder freier zu

00:27:19: denken?".

00:27:19: Absolut!

00:27:20: Also gerade während Corona.

00:27:22: weil dann ich meine ich hab mich Also, im Jahr twohundneinzehn angefangen mit dem Studium und ein Semester später ist so die ganze skulturelle Leben steht komplett still.

00:27:32: Und dann war es okay keine Ahnung wie lange das geht?

00:27:35: Und habe ich jetzt die richtige Entscheidung getroffen?

00:27:38: also was mache ich denn jetzt hier eigentlich?

00:27:41: War ja einfach eine ganz komische Situation!

00:27:47: Da war natürlich schon gut zu wissen... Im schlimmsten Fall was soll passieren?

00:27:51: Ich hab einen Master Ich kann jederzeit was anderes machen.

00:27:56: Also umso mehr sollte ich eigentlich ins Risiko gehen und ohne Kompromisse nach dem suchen, was ich

00:28:03: will.".

00:28:05: Dann hast du das Studium dort beendet?

00:28:08: Ja!

00:28:08: Und dann hast Du sie als Band angefangen...

00:28:14: Das hat sich schon während des Studiums, also mein Abschlusskonzert habe ich so in unserer Bandkonstellation schon gespielt.

00:28:19: Man hat es ein bisschen rumprobiert.

00:28:24: Aber also so mit der IP, so im Jahr ... ... haben wir eigentlich schon Ende ... ... mit dem David an der Merhaba Montag-IP gearbeitet.

00:28:36: Wo jetzt wirklich zum ersten Mal so deutsch-türkische ... ... dieser Stil sozusagen zu Tage getreten ist und die Aufnahmen dazu ... ... hatten wir auch mit Jonas am Schlagzeug schon gemacht.

00:28:46: Und dann irgendwie auch festgestellt hat es ja eine ziemlich coole ... ... Kombi an Menschen und dass sich das sehr gut anfühlt.

00:28:53: Also ab dem Jahr zwanzig war es dann auch eine Band, also im Studium hat's angefangen und war dann mit Ende des Studiums eigentlich schon unser Beruf.

00:29:06: Wenn wir über das Album sprechen sagen wir einen Mann ja müssen wir auch über türkische Einfüsse sprechen bzw.

00:29:12: du hast ja türkisch-deutsche Einfüße.

00:29:15: Du hast ja schon gesagt auch als Kind hast du schon türkischer Musik ... bekommen, ich finde dich von deinem Cousin hast du gesagt?

00:29:21: Beziehungsweise woher... Und Bruder.

00:29:22: Wie?

00:29:23: Als Schuhen sag noch

00:29:24: mal!

00:29:24: Mein Bruder!

00:29:25: Dein Bruder ja okay.

00:29:27: Familie also deine Eltern sind kommen aus der Türkei oder wer... Woher kommen diese türkischen Einflüsse?

00:29:35: da hast du türkische Kontakt gehabt mit türkischer Musik eigentlich früher?

00:29:38: Genau so mein Vater ist aus Istanbul und kamen mit seiner Familie als... Also als er ein Kind war, kam er aus Istanbul nach Bretten.

00:29:50: Ja, es ist krass auf jeden Fall.

00:29:55: Wenn man mal in Istanbul war und mal im Bretten war und das vergleichtest auf jeden fall ein heftiger Unterschied.

00:30:02: Ja genau und der hat da... Die sind halt da... Genau die sind da... Da ist er aufgewachsen Und irgendwann ist er halt auf einer Dorffäte, hat er meine Mutter kennengelernt in relativ jungen Jahren und dann bin ich praktisch deutsch-türkisch sozusagen, also Hälfte.

00:30:27: Und musikalisch hast du denn durch deinen Vater oder deine Geschwister viel türkischer Musik?

00:30:34: Ich habe meinen Vater eine Zeit lang auch.

00:30:37: als ich dann diese ganze coole Anadolu Rockmusik entdeckt hab, habe ich ihn mal vorgeworfen Warum hast du so was eigentlich nicht gehört zu Hause?

00:30:45: Du hast immer so krasse, anstrengende klassische türkische Musik gehört.

00:30:49: Die so ultra weit weg war von meinem musikalischen Horizont der ganz viel Punk und Indie frühe Smiths gehört und irgendwie Reto Chili Peppers Riesen-Fan gewesen als Kind.

00:31:03: Also das war mein Horizont und da hätte ich mit Anadolu Rock schon etwas anfangen können.

00:31:06: also es hätte mich auf jeden Fall gecatcht.

00:31:10: krasse, so intellektuelle typische klassische Musik gehört sehr auch getragen hat nicht.

00:31:21: meinem spirit entsprochen damals und konnte ich nicht viel mit anfangen.

00:31:25: Und er meinte so ja ich habe dir doch das hab ich doch auch gehört ist so ne ne ne hast du nicht gehört.

00:31:30: also die coolen sachen die musste ich mir irgendwie selber holen.

00:31:33: mein bruder hatte ein bisschen türkischen rap gehört als sowas wie cartel Deutsche Rap Crew aus Berlin, auch so Leon die Türkei als erste türkische Rapper sozusagen bekannt wurden.

00:31:45: Da habe ich ein bisschen was aufgeschnappt aber es ging eigentlich wirklich erst im Studium so richtig für mich los.

00:31:53: Ich fragte jetzt aber du hast ja also das Album in Nacht da Texte auf Deutsch jetzt auf dem neuen Album Texte Deutsch und gibt es Lieder auf Türkisch und Liederaufdeutsch?

00:32:05: Was ich mir dann gefragt hab ist Wenn man sozialisiert wird mit vielleicht durch das englisch-sprachige Musik gesagt, aber auch türkische Musik.

00:32:19: Auch sehr politische Musik vielleicht.

00:32:22: Würdest du sagen es gibt sowas bei deutscher Musik oder deutschsprachiger Musik und türkisch sprachlicher Musik eine andere Art zu schreiben oder zu texten?

00:32:36: Das habe ich mich gefragt Auch im Hinblick auf zum Beispiel Volkslieder und so.

00:32:42: Ist es eine ganz andere Art zu Texten oder anderen Themen?

00:32:47: Oder

00:32:47: wie

00:32:48: schaust du darauf, oder wie hast du das miterlebt?

00:32:51: Ich war ja völlig unbedarfd und naiv und ich meine auch den ersten türkischen Song, den ich dann ... ... so richtig bewusst gehört habe von Cem Karaca, Resemdeki Gösia-Schlade.

00:33:01: Vielleicht müssen wir ganz

00:33:03: kurz mal Anadolu Rock und Cem Karacca kurz mal erklären für die Leute, die nicht wissen was es ist.

00:33:07: oder kannst du das mal ein bisschen erklären?

00:33:10: Ja, ich versuch's!

00:33:11: Also Anadulu Rock ist praktisch die Fusion aus anatolischer Musik sozusagen in einem Gebiet auf dem die heutige Türkei liegt.

00:33:21: aber bevor es die Türkeis gab, gab es da ja auch schon ganz viel überlieferte traditionelle Volksmusik Und das ist praktisch die Fusion aus diesem traditionellen Liedgut mit westlichen Elementen.

00:33:33: Das ist in der Zeit der Sechziger, Siebziger Jahre entstanden als ganz viel diese Rockmusik aufkam und dann wurde kombiniert sozusagen ein Gesang, ein Liedstück aus dem neunzehnten Jahrhundert aber wurde halt interpretiert mit Drums und verzerrten Fass-Gitarren.

00:33:52: Und dann wurden die Melodien nicht auf einer Barlampe gespielt, sondern auf eine E-Gitare.

00:33:56: Das hat einen ganz speziellen Sound gegeben.

00:33:59: Dann wurden die Rhythmen, so krumme Rhythen, neuner Rhythmen oder Sachen, die in den klassischen Tänzen vorkommen, auf einem Schlagzeug gespielt und übertragen.

00:34:08: Es war eine tolle Fusion aus Tradition und Moderne und hat praktisch was wirklich ... was zeitloses geschaffen wurde, sowohl kulturelle Räume überbrückt als auch Zeiträume die sehr weit auseinander liegen und deswegen ist die Musik heute noch aktuell.

00:34:29: Genau das ist Anadolu Rock und Jim Carragherr ist ein sehr berühmter Vertreter des Anadulu Rocks und ist deswegen in Deutschland vielleicht auch ein bisschen in Kennerkreisen bekannter weil er sieben Jahre lang in Deutschland gelebt hat, in Köln.

00:34:46: Weil er damals von der türkischen Regierung politisch verfolgt wurde und nicht zurückreisen konnte.

00:34:50: Also war ... hatte Asyl in Deutschland Und er hat auch hier in Deutschland Musik aufgenommen und veröffentlichten.

00:34:57: Hatte ein deutsches Musikprojekt Das hieß Cem Karajan di Kanakken und hat da auf Deutsch gesungen mit seinem heavy türkische Akzent.

00:35:07: und auch diese Protest-Lieder Diese Arbeiterlieder sozusagen was sie auf Türkisch gesungen hat aufs deutsche übertragen und Es kam ein menschen an ist zum Beispiel so ein krasses beispiel.

00:35:20: Und das war mehr.

00:35:21: ich wusste dass alles gar nicht.

00:35:23: hab ich mir alles irgendwie erst Anlesen an eignen Anschauen müssen um das zu verstehen, dass es da eigentlich schon eine tradition gibt.

00:35:34: Jetzt nochmal zurück Zu den zu der art zu schreiben beziehungsweise Traditionelle musik als folgs- und türkische volksmusik was Themen angeht und eine Art zu schreiben.

00:35:44: Und vielleicht auch deutschartige, deutschsprachige Volksmusik gibt es da grundsätzlich Unterschiede die du...

00:35:54: Ja ich mein großer Unterschied ist dass in der Türkei halt das völlig okayes Lieder aus dem neunzehnten Jahrhundert oder Anfang zwanzigstes Jahrhundert noch zu spielen und weiterleben zu lassen.

00:36:10: also ich meine da hatten wir in Deutschland ja einfach einen sehr harten historischen Bruch und das ist halt in der Türkei nicht besetzt, in irgendeiner Form.

00:36:19: Weil das ja auch kein nationalistisches Liedgut sondern die Songs gab's ja.

00:36:25: bevorst den Staat Türkeis zum Beispiel gab es die Songs ja auch schon teilweise.

00:36:31: also das heißt sie sind letztendlich zeitlos Und die stecken natürlich voller Metaphern Müstig, man erstmal verstehen musste.

00:36:44: Ich habe eine Zeit lang auch Unterricht genommen bei einer türkischen Literatur Studentin und bin mit ihr Songs und Gedichte durchgegangen um zu verstehen okay ich verstehe jetzt vielleicht wörtlich was gemeint ist aber wofür steht denn jetzt dieses Bild?

00:36:58: Was bedeutet dieses Bild in der türkische Dichtung?

00:37:02: Was ist das wirkliche Sinn dahinter?

00:37:06: also allgemein kann man sagen dass türkischsprachigen Lyrik, sehr viel angedeutet wird.

00:37:13: Sehr viel metaforik vorherrscht.

00:37:16: also viele Sachen werden nicht ganz klar beschrieben sondern ein Element steht für etwas und dann wird anhand dieses Elements eine Geschichte erzählt.

00:37:27: aber eigentlich geht es um die Liebe zum Beispiel.

00:37:30: das ist so ein ganz großes ganz großes Ding und das wäre.

00:37:34: jetzt habe ich das Gefühl Deutsch ist eine viel direktere Sprache Und auch eine genaue Sprache.

00:37:40: Wir haben viele Wörter, leider haben wir viele Konsonanten.

00:37:44: Das macht manchmal das Ding schwierig.

00:37:48: Also Türkisch ist einfach eine weichere Sprache hat viele Endungen reimen sich man hat ganz andere Möglichkeiten.

00:37:54: also es auf jeden Fall war ich da schon sehr überfordert am Anfang von den Möglichkeiten.

00:37:58: jetzt okay Jetzt habe ich diese zwei Sprachen.

00:38:00: die eine beherrsche ich sehr gut und die andere weniger aber ich mag den Klang wie sie klingt.

00:38:06: Ich möchte es verbinden und das war natürlich einfach viel Trial and Error.

00:38:10: Würdest du sagen, dadurch dass du auch jetzt sagst türkisch sprachige Poesie und Lieder kennst?

00:38:17: Und auch viel Mystik und Andeutung und eine sehr reiche Sprache, dass du vielleicht auch deutschsprachige Musik oft platter findest als andere?

00:38:29: Auf jeden Fall!

00:38:31: Also ich meine Eindruck ist so ein bisschen was... oft an die Oberfläche gespült wird, also kommerziell ist es oft sehr platt.

00:38:39: Wobei die deutsche Sprache ja eigentlich sehr viel bietet.

00:38:42: so ne?

00:38:43: Wenn man da ein bisschen tiefer schaut dann gibt's ja richtig viel.

00:38:46: Also wenn man Bands The Element Of Crime kennt und ich war immer noch riesen Fan Deutschsprach ist mega!

00:38:56: Man muss halt wirklich gut damit umgehen.

00:38:59: Das einzige ist das Jetzt türkisch ist da so einfach näher am Englischen dran, wie viele Vokale vorkommen.

00:39:06: Das heißt man kann mit weniger Wörtern... Man kann viel sagen mit wenig Wörtern und es scheint an der Oberfläche scheint das eher Platz zu sein.

00:39:17: aber da steckt halt viel Bedeutung dahinter.

00:39:19: Und das ist also eher so rum und es klingt aber automatisch schön.

00:39:23: Also man kann sehr einfache Sachen sagen Und durch die Grammatik und wie die Wörter gestaltet sind, lässt sich das halt auch sehr gut singen.

00:39:33: Genau!

00:39:33: Da ist einfach so Grönemeyer und Element of Crime denkt... Das sind ja jetzt keine heftige Texte aber es sind jetzt keine krassen Melodiebögen oder keine catchy Melodien sondern das lebt von der Lyrik Aber weil diese Watchdafetten ihren Platz brauchen Das ist halt sehr interessant, dass sich einfach unterschiedliche Optionen ergeben in den Sprachen.

00:40:00: Wie kam es dazu, dass du jetzt auf dem Album gesagt hast, Deutsch und Türkisch möchtest du singen?

00:40:05: Wir haben ja Nacht gemacht also unser erstes Album und das war praktisch deutscher Indie mit so türkischen Chili-Flocken drüber gespränkelt, ein bisschen scharf darüber... Und da haben wir schon mal ein bisschen mittexperimentiert.

00:40:22: Deutsche Indie mit Scharf oder was?

00:40:24: Deutsche Indien mit Schaf, genau!

00:40:28: Wir wussten aber das ist uns ja nicht genug.

00:40:30: also weil wir haben... Das war ganz witzig.

00:40:32: ich habe Jonas und David so diese türkische Musik gezeigt und er hat einen ganz großen Vertreter.

00:40:38: des Anatole Rocker waren mir sofort alle riesen Fans von und diesen aber auch dann selbstständig losgegangen richtig obskure Acts daran gezogen, wir ja auch noch nie gehört haben und das hört ihr desmal an.

00:40:48: Das ist ja auch voll cool!

00:40:50: Und dann haben wir gesagt hey... Wir müssen so ein bisschen uns eine Language, also unsere Sprache erarbeiten.

00:40:56: Wir müssen verstehen wie Anadolu Rock funktioniert.

00:40:58: Da ist am besten gespielt in diesen Songs.

00:41:01: Dann haben wir teilweise angefangen eigene Version daraus zu machen.

00:41:05: Während wir praktisch Nacht aufgenommen haben war schon diese Idee okay.

00:41:09: Das nächste was wir machen ist wir nehmen diese alten türkischen Songs Wir spielen die und dann, also dann nehmen wir sie halt auch auf.

00:41:17: Und wenn wir können, dann veröffentlichen wir sie auch.

00:41:20: Da war praktisch schon... Also das Album Messar vielleicht was danach gefolgt ist, war eigentlich schon mitgedacht.

00:41:26: Genau!

00:41:31: Warum heißt es Album?

00:41:32: Sag mir, Almanya

00:41:34: Ist der Titelsong irgendwie... Es macht einen Raum auf.

00:41:41: Also sagt mir der Mann ja, er sagt mir was sozusagen und ein in dem Song Titelsong sagt mir man ja geht es ja darum.

00:41:47: Sagt mir mal wer willst du sein?

00:41:48: so also was in was wir im Land wollen wir leben?

00:41:53: Und das ist schon eine Frage die mich jeden Tag eigentlich beschäftigt weil je mehr Populismus und Autokratien in der Welt halt um sich greifen und auch der Einfluss den Deutschland immer stärker größer wird und die gesellschaftliche Spaltung des gesellschaftlichen Klima irgendwie schlechter wird.

00:42:13: Da steigt halt auch meine Sorge so um den Zusammenhalt.

00:42:18: und das ist ein bisschen die Frage an Deutschland, also was wollen wir denn sein?

00:42:23: In welcher Gesellschaft wollen wir leben?

00:42:24: Wollen wir in der Gesellschaft leben wo wir uns mit Respekt Toleranz begegnen und auch aushalten dass jemand anders eine andere Meinung haben kann solange sehr auf dem Boden der Verfassung ist natürlich.

00:42:38: Also halten wir uns aus und versuchen, wir uns anzunehmen.

00:42:41: Versuchen wir zu verstehen oder gehen wir halt voll in die Spaltung und jeder lebt nur noch in seiner Bubble und versucht alle anderen da fernzuhalten.

00:42:51: Wir überbrücken mit unserer Musik ja letztendlich schon Sachen, die sich irgendwie nicht nahe stehen.

00:42:59: Die deutsche Sprache ist ein Stück weg von der türkischen Sprache aber wenn du sie mischt und wenn du guckst was dabei raus kommt, kommt trotzdem etwas Harmonisches raus Sehr cool.

00:43:09: Du schickst Deutschland ein bisschen Therapie in dem Song oder sagst du, Deutschland bräuchte vielleicht Therapie?

00:43:14: Therapie ist ja gar nicht etwas Schlimmes.

00:43:17: also es ist vor allem der Effekt kann sehr gut sein und ist ja auch für vermeintlich gesunde Menschen das wenn man gar nicht das gelüftet ... fühlt man bräuchte das gar nicht schlechte, das mal zu machen.

00:43:32: Was sind denn Sachen?

00:43:32: Ich glaube im Deutschland von Kultur wurdest du gefragt was warum Deutschland in Therapie muss und was blöd ist oder... ...was vielleicht gerade schiefläuft.

00:43:41: aber ich würde es mal jetzt positiv drehen.

00:43:44: Was ist denn vielleicht das Schöne an... ...Almanya dass wir vielleicht vergessen oder dass man vielleicht auch ein bisschen vergessen hat das Wertzuschätzen.

00:43:54: Ein paar Sachen hast du gerade erwähnt aber... ...Was könnte ein schönes...?

00:43:59: nach der Therapie rauskommen.

00:44:02: Gibt es ja schon uns vielleicht verdeckt, dass man immer nur über negative Sachen spricht und in so einem Strudel

00:44:10: kommt?

00:44:11: Genau!

00:44:11: Es ist auch gar nicht unser Impuls... Wir leben alle super gerne hier und ich bin hier geboren und aufgewachsen.

00:44:19: Mir liegt Deutschland natürlich auch am Herzen sonst würde sich keine Sorgen gedanken machen und sich nicht darum bemühen.

00:44:26: ... auch besser wird.

00:44:29: Und die Menschen sind ja überall, also so ich habe das Gefühl... ... im Alltag kommen die Menschen schon ganz gut miteinander klar.

00:44:38: Das ist praktisch...

00:44:40: Also ich finde es wirklich verrückt!

00:44:44: Mit so vielen Menschen mit denen ich spreche oder auch in meinem Umgebung habe ich das Gefühl, dass es eigentlich sehr viel Hilfsbereitschaft ist.

00:44:51: Absolut!

00:44:51: Alle fühlen sich auch einigermaßen irgendwie wohl.

00:44:57: und dann die Der Diskurs ist eigentlich wie so ein abgetrennter Diskurs.

00:45:01: Aber ich weiß nicht...

00:45:03: Nee, ich check voll was du meinst.

00:45:08: Also es geht darum Nicht um was schlecht zu reden sondern um zu sehen Hey!

00:45:16: Man muss etwas anpacken und man muss Engagement zeigen wenn man will Dass sich was verbessert Und das ist super leicht auf was draufzuhauen und was schlechtes zu reden Und zu sagen Das geht nicht Es wird alles immer schlimmer anstatt zu sehen, ja gut was kann ich denn machen in meinem begrenzten Radius um etwas Gutes zu tun für die Gesellschaft?

00:45:40: und da gibt es super viele Leute.

00:45:42: Und sie sind auch nicht laut.

00:45:44: Die machen halt mehr als das hier reden und also die Leute gibt's auf jeden Fall sehr viel und natürlich ist auch... Also ich mein Heimat ist ja irgendwie auch Landschaft.

00:45:52: Ich liebe die Natur drum herum.

00:45:54: Es ist einfach schön.

00:45:55: Da gibts ganz viel was erhaltenswertes.

00:45:59: Und deswegen sehe ich es auch nicht ein, dass eine vergiftete Debattenkultur dann plötzlich... Also warum sollte man sich das alles kaputt machen?

00:46:08: Natürlich ist es anstrengend viele Kulturen in einem Raum.

00:46:12: Man versteht sich nicht immer bei jedem Themen aber es geht ja darum, dass man einfach im Gespräch ist und dass man offenes Ohr hat und auch irgendwie Empathie.

00:46:21: also ich habe das Gefühl die gestresster Menschen sind von ihrem täglichen Überleben und über die Runden kommen.

00:46:28: Und über ... ja, über die Sehnsüchte, die sie vielleicht haben, die sich nicht erfüllen können, bauen immer teurer ein Auto.

00:46:38: Also Infrastruktur.

00:46:41: Das löst einfach super viel Stress aus.

00:46:44: Da darunter leidet die Empathie.

00:46:45: Jeder guckt nur noch so.

00:46:47: letztendlich dann vielleicht wie kann ich für mich das Beste rausholen?

00:46:52: In so einer Gesellschaft will ich nicht sein, sondern dieses Okay, ich habe ein Auge für mein Umfeld und gucke wie es den Leuten drumherum geht.

00:46:59: Also dieses Beobachten und Wahrnehmen ist irgendwie

00:47:03: wichtig.".

00:47:06: Du hast ja schon gesagt, als du bei der Popakademie warst, dass du eigentlich froh warst das du schon ein bisschen älter warst weil du so einen eigenen Kopf hattest.

00:47:16: War da auch schon klar welche Bedeutung Politik in Eurer... eine politische Band sein wollt im Sinne von explizit politisch sein.

00:47:27: Ich meine es gibt ja auch, das wirst du noch besser wissen als ich wahrscheinlich in der türkischen Musik einfach ganz viele Lieder die gar nicht explizIT politisch sind aber sehr politische Bedeutung haben können oder haben.

00:47:43: Das ist das hohe Gut der Meinungsfreiheit, was in Deutschland auch immer wieder beschworen wird.

00:47:47: Was man alles nicht sagen darf.

00:47:49: wenn ich dann nochmal sagst ja geh mal in ein Land wo du wirklich etwas nicht sagen kannst dann merkst du den Unterschied schon.

00:47:55: Also das Muster wurde auch an.

00:47:57: Adolo Rock der sechziger Jahre wurde auch hart zensiert.

00:48:01: also die Geschichte der Zensur in der Kunst ist super lang ... und bestimmte Themen kannst du einfach nicht ansprechen in der Musik.

00:48:09: Du musst es verstecken, du musst es verschachteln... ... du musst das praktisch durch die Blume sagen,... ..."Das musst du in Deutschland

00:48:16: nicht.".

00:48:16: Also so, das ist auf jeden Fall...

00:48:20: Das ist auch ein Grund dafür?

00:48:22: Absolut!

00:48:22: Es ist auch ganz großer Grund dafür dass das so ist.

00:48:26: ja

00:48:27: Und wie wollt ihr oder...?

00:48:30: War dir immer klar, wie viel Raum explizite Politik oder die beschäftigen politischen Themen in deiner eurer Musik?

00:48:37: Oder als Engin sein soll.

00:48:39: Ich habe das Gefühl, dass da... ...dass die Frage von außen viel öfters kommt, also dass wir sie uns selber stellen weil wir uns gar nicht explizit als Wir sind mit unserer Existenz schon letztendlich eine politische Statement.

00:48:56: leider heutzutage Das, was für uns selbstverständlich ist.

00:48:59: Also praktisch kulturübergreifend.

00:49:03: Diversität und Sachen zusammenbringen, Menschen zusammenbringen aus verschiedenen Kulturen steht ja heute in Frage Und für uns ist es eigentlich völlig außerfrage dass das funktioniert und dass das irgendwie einen Mehrwert bietet.

00:49:20: Praktisch die aktuelle gesellschaftliche Lage macht das Ganze irgendwie politisch Und für uns ist es eine Utopie, die in unserem Kopf eigentlich schon existiert und auf den Konzerten auch echt super funktioniert.

00:49:38: Also diese Politisierung, also klar sagt man ja hat da auf jeden Fall drückt ne Sorge und ne Haltung aus.

00:49:45: aber die Haltung steckt eigentlich schon im Projekt selber

00:49:49: Von den türkisch sprachigen Songs auf dem Album.

00:49:52: welcher licht ihr denn?

00:49:54: Meistens im Herzen und vielleicht kannst du uns ein bisschen Einblick mal geben in den Song.

00:49:58: Ja, also ich bin sehr stolz auf Kirtelanget Schlag.

00:50:03: Heißt übersetzt Schwalben ist eine sehr lange Nummer hat zwei Intros.

00:50:10: Ist auf jeden Fall ja das sind wir sehr sehr stolzt drauf es schon richtig cooler Indie-Song und dann sehr melancholisch und fängt so ne Abendstimmung so am Bosporus irgendwie sehr gut ein Und er ist wirklich der erste türkischsprachige Text, den ich geschrieben habe.

00:50:29: Und wo ich auch gesagt hab okay das... Ich glaube es ist gut!

00:50:33: Das sollte auf jeden Fall dann auch raus.

00:50:36: und ja deswegen hat er eine ganz ganz besondere Bedeutung.

00:50:41: Man hat ja also das gibt nur einen ersten Song dem man so macht sozusagen.

00:50:45: Das ist halt der und da genau es handelt praktisch von diesem Vermissen Die Schwalben, die praktisch weiterziehen und nicht warten, dass irgendwer hinterher kommt.

00:50:59: Sondern wenn der Sommer ist vorbei, die ziehen wir weiter.

00:51:02: Und dann ist dieses Kapitel sozusagen beendet.

00:51:04: also so was, einfach sowas Sehnsuchtsvolles.

00:51:07: Man kann in Istanbul, wenn man da schon mal war und abends, wenn die Sonne untergeht, dadurch läuft... Wenn man durch die Straßen läuft und diese Stimmung im Licht, das ist ein ganz besonderes Licht, es löst Das macht ganz viel Glück, aber es macht auch ganz viel Melancholie im Herzen.

00:51:25: Also ist eine ganz wilde Mischung und irgendwie ist das so... Ich habe das Gefühl wir haben das irgendwie für uns gut eingefangen.

00:51:33: Wie ist deine Verbindung eigentlich zu Istanbul?

00:51:37: Dein Papa kommt aus Istanbul und dadurch seid ihr oft da gewesen oder...?

00:51:42: Ja

00:51:43: Und du hast auch viel Zeit verbracht dort oder...?

00:51:45: Absolut.

00:51:46: also ich hab als Kind war praktisch jeden Sommer-Sommerferien war Istanbul ... bei meiner Oma, die wieder zurückgezogen ist.

00:51:55: Und da meine Kusine hat da gewohnt und man dann viel halt in dort... ... dieser Wohnung haben so Ausflüge drum herum gemacht.

00:52:05: Also ich kannte diese Stadt schon als Kind, sie war immer etwas überfordernd.

00:52:10: Und so meine richtige Istanbul-Erfahrung habe ich dann gemacht, als ich für ein Sprachkurs, für mehrere Wochen dorthin bin alleine vor vier.

00:52:19: ... fünf Jahren, vor fünf Jahren.

00:52:22: Und... ... das war sehr prägend.

00:52:25: genau also da habe ich die Stadt... ... also hab dann in verschiedenen Vierteln gewohnt bin innerhalb dieser Woche noch immer mehr umgezogen und hab dann diese Stadt einfach ganz neu entdeckt für mich und wie toll sie ist.

00:52:35: und ja.

00:52:37: Ist Nostalgie den Begriff der dich beschäftigt?

00:52:40: In deiner Musik?

00:52:42: Ja absolut.

00:52:44: Na klar!

00:52:44: Also ähm... ...ja Nostaldi, also Nostalgie Genau, Sehnsucht.

00:52:50: Also Nostalgie hat so zwei Seiten irgendwie also so Nostalgie um der Nostalkiewildnis so ein bisschen.

00:52:56: was ich nicht mag ist so irgendwie in einer Vergangenheit schwelgen und die zu verklären als ob die etwas Tolles gewesen wäre.

00:53:05: Das ist nicht mein Fall.

00:53:06: Was ich cool finde ist eine Zeit vor Social Media und künstlicher Intelligenz dass da Leute irgendwie mit viel Zeit Und viel Liebe und unter nicht immer leichten technischen Bedingungen großartige Kunst geschaffen haben, die nicht sehr schnelllebig sein musste.

00:53:28: Die nicht irgendwie in ein Minute, dreißig oder in dreizig Sekunden schon alles offenbar muss und alles zeigen muss.

00:53:37: also so nostalgisch für mich eher das sozusagen dass praktisch Kultur einen anderen Stellenwert hat.

00:53:44: insgesamt

00:53:46: Jetzt hast du dich selbst als Oldschool bezeichnet bzw.

00:53:51: eure Musik auch als Hand gemacht, bezeichnete dass ihr möglichst wenig Zeit vor dem Laptop verbringen wollt sondern auch über dieses Musik zusammen Musik machen lebt.

00:54:03: Es gibt ja viele Bands die können sich da total drin in diesem Studio und lieben das, die Spuren hin und her zu schieben usw.

00:54:10: Also warum?

00:54:12: Was liebt dir an diesem old school sein?

00:54:14: Und das war jetzt zweite Frage Wie schafft ihr euch eine Form von Unabhängigkeit, also wie schafft ihr es Freihalten in dem... Es ist ja auch ein Art Business zu erhalten.

00:54:28: Wie geht ihr mit Abhängigkeiten und eurer Unabhängigkeit

00:54:31: um?

00:54:32: Also wir lieben's auch Spuren hin- und herzuschieben nur lieben wir halt vorher das Instrument echt gespielt zu haben und auch zusammen im Raum was einzuspielen.

00:54:40: weil mir glauben halt daran okay Wir haben so viel Musik jetzt schon zusammen gemacht und wir werden auch noch so viele Musik zusammen machen, dass wenn wir zu dritt was spielen da eine Energie vorhanden ist sozusagen die es irgendwie die Band ausmacht.

00:54:57: Und das wird halt auch einfangen wollen.

00:54:58: deswegen haben wir jetzt diese ganzen takes sozusagen also die basic takes Bass Schlagzeug Gitarre.

00:55:04: fürs Album haben wir alles zusammen im Raum eingespielt.

00:55:10: Also was uns geht?

00:55:11: Ist die Haltung von ja Wenn du nicht zufrieden bist, dann spielst es erst lieber nochmal und noch mal.

00:55:17: Und noch zehnmal bevor du sagst ja das kann man ja eh alles schneiden.

00:55:21: also ist so bisschen die Haltung dass wir nicht schnell schnell über was hinweg geht sondern dass man sagt okay der Performance die man dann auf den Moment band und du musstest dir halt du musst es dir ewig lang anhören.

00:55:32: also ich höre nicht oft rein Aber ab und zu wenn du es hörst, dann willst du ja zumindest das Gefühl haben.

00:55:37: Ja ich habe alles gegeben in diesem Moment was ich konnte und es ging nicht besser.

00:55:40: Und also es geht uns praktisch so ein bisschen darum dass wir die Praktik also die Performance ist wichtig und genau Das ist auch nicht irgendwie als zu sehen.

00:55:50: Ah das ist bei Musik die anders aufgenommen wird nicht so Sondern einfach unser Ansatz den wir für uns gefunden haben.

00:55:57: Uns ist es einfach wichtig.

00:55:59: Und auf der anderen Seite zu diesen Abhängigkeiten, ja absolut.

00:56:04: Also wir haben das Gefühl was uns niemand wegnehmen werden kann ist dass wir auf die Bühne gehen und unsere Songs spielen.

00:56:14: also ich meine muss halt dann jemand kommen den es interessiert.

00:56:18: Das ist wichtig aber das kann halt niemand ersetzen.

00:56:22: und jetzt wenn je elektronischer und je formalisierter unsere Musik wäre Natürlich ist so gefährdet, da ist die Existenz davon.

00:56:31: Also wir definieren uns auf jeden Fall als Liveband und haben auch super viele Konzerte gespielt in den letzten zwei drei Jahren.

00:56:39: Und dadurch einfach eine Fähigkeit also dass wir live spielen können das mit super viel Freude machen, dass es auch Menschen erreicht und begeistert.

00:56:51: Ich glaube nicht, dass das so schnell ausstirbt.

00:56:54: Wie halt macht ihr's mit Label?

00:56:57: Alles selber

00:56:59: Alles selber, ne?

00:56:59: Aber auch ein bewusstes Entscheidungen wahrscheinlich.

00:57:02: Ja gut erst mal die langen Umstände.

00:57:06: Also ich meine... Erklär mal einen deutschen Label so ja deutsch-türkische Indie Musik also das erste was dann irgendwie kam so ahja okay das ist ja dann wie diese Rapper mit den Rappern hat es gar nichts zu tun.

00:57:20: also dabei ist einfach ganz viel Nichtwissen und auch Ignoranz ... oder halt auch Unverständnis da.

00:57:29: Und es ist ja auch, also wir sind ja kein Major-Thema in der Musikindustrie, sagt man immer sehr gerne.

00:57:35: Das klingt jetzt so als ob das erstrebenswert wäre... Es gibt ja viele die damit anfangen und die sind total nüchtert und gründen hinterher labeln.

00:57:46: Voll!

00:57:47: Also ich habe einfach das Scooter an der Propaganda gehört, viele Horrorgeschichten.

00:57:52: Man hört viele Geschichten von Menschen, die

00:57:53: sich

00:57:55: gewarnt.

00:57:55: Also die sich früh an was gebunden haben und man lernt auch bitte, bitte, bitte liest die Verträge durch und schickst sie in einem Anwalt bevor du irgendwas unterschreibst.

00:58:05: das ist auch ein sehr, sehr wichtiger.

00:58:08: Das ist eines der wichtigsten Sachen, weil man super schnell in etwas geraten kann.

00:58:12: Wo man gar nicht mehr so schnell rauskommt.

00:58:14: Es kann auch heute noch passieren und wir waren dann ab dem Moment wo es bei uns ein bisschen angezogen hat.

00:58:20: Wir haben ein Gespräch mit Labels in Deutschland, in der Türkei... Und wie haben die Verträge durchgelesen?

00:58:26: Dann immer schnell gemerkt.

00:58:29: Also geredet werden diese Industrie sehr viel.

00:58:33: Das hat mal Mine!

00:58:35: Zu mir gesagt, das war ein sehr schöner Satz.

00:58:38: Wie sehr Sie wirklich dran glauben merkst du immer an den Betrag der Impfvertrag steht?

00:58:44: Und dann ist es ein ziemlich guter Leitfaden.

00:58:47: also weil also Versprechen und Reden tut man ganz viel.

00:58:50: aber welcher Betrag, der definiert okay wir glauben so arg an dieses Projekt dass wir bereit sind die und die Summe reinzustecken.

00:58:58: Das ist praktisch die Währung.

00:59:00: Und dann haben wir gesehen, okay das ist in dem Bereich da haben wir überhaupt keine Lust uns an irgendwen zu binden der auch noch Mitsprache hat und dann auch noch sagen kann so und so.

00:59:12: Das heißt ihr

00:59:12: habt Angebote mal eingeholt oder?

00:59:15: Ey ja wir haben bestimmt mit acht bis zehn Labels oder sowas.

00:59:21: Also bestimmt geredet.

00:59:22: Ja und immer wieder ernüchtert.

00:59:24: Nicht das, also es waren alles liebe Menschen.

00:59:26: aber immer wieder hat einfach gesehen ja okay, nein ich glaube wir müssen unser eigenes System schaffen weil wir stellen uns mit unserer Musik unserem Genre auch einen eigenen Stuhl hin.

00:59:35: dann braucht's halt vielleicht seine eigenen Strukturen.

00:59:40: Jetzt geht ihr bald auf Tour Und ihr seid eine Band die gerne ihre Turtermine mit Salatblittern legt habe ich herausgefunden.

00:59:50: Gerne ist

00:59:52: Oder werte die Idee bei euch?

00:59:54: Das hatte unser Filmer Lee.

00:59:56: Er hat gemeint, der lebt praktisch auf TikTok und Instagram... ...und er meinte ja so die Turltermine einfach da so randschreiben mit Kreide oder sowas, das können wir nicht!

01:00:08: Es muss schon krasser sein, es muss schon so sein aus deinem Döner fällt ein Salatblatt.. ..und dann stehen die ganzen Turlttermine da dran.

01:00:17: Wir machen das.

01:00:17: Und der fällt so ein Blatt noch extra runter vom Diffen.

01:00:20: Ich habe das Blatt mit dem linken Finger ganz krampfhaft gehoben und dann versucht, den richtigen Moment drunterfallen zu lassen.

01:00:25: Das ist zwar auf jeden Fall... Der Aufwand war sehr groß!

01:00:30: Auf jeden Fall heißt es, dass ihr auf Tour geht.

01:00:32: Ich glaube am achtundzwanzigendfünften seitdem Leipzig auch eine längere Tour ne?

01:00:38: Ganz schön lang.

01:00:38: Eine

01:00:38: sehr lange Tour also wie

01:00:40: viele Konzerte spielt hier?

01:00:42: Oh ich glaub vierunddreißig Das ist schon viel, also es wurde immer größer.

01:00:47: Wir haben in der Türkei so ein Vierertour-Blog bekommen und wir wollten unbedingt das noch Ismail hinzugefügt wird.

01:00:54: Es ist auch eine sehr große und sehr schöne Stadt und das hat eine Zeit lang nicht geklappt.

01:00:59: Und dann haben wir Ismail angeboten bekommen aber dann noch drei Konzerte dazu und auf einmal war dieser Türkeiblog neun Konzerte lang.

01:01:08: Es ist für uns eine super, auch ne neue Erfahrung.

01:01:10: Aber jetzt halt auch mal kleinere Städte in der Türkei spielen nicht immer nur in Istanbul und das ist auch wo wir noch nie waren und wo vielleicht die Leute uns erst entdecken müssen.

01:01:17: also es ist auf jeden Fall spannend.

01:01:21: Und dann spielen wir Kreuz- und Quer durch Deutschland, Österreich, Schweiz und auch die Niederlande zum zweiten Mal.

01:01:28: Würdest du sagen ihr seid in der Türkiye bekannter als in Deutschland?

01:01:32: Das ist eine gute Frage.

01:01:33: Wahrscheinlich Social Media bekannter, weil da mehr Sachen in der Türkei viral gegangen sind.

01:01:40: aber wir spielen mehr Konzerte in Deutschland, weil das logistisch einfach mehr Sinn macht für uns.

01:01:46: und deswegen würde ich sagen so also eben bis auf Istanbul sind die größeren Konzerten in den deutschen Großstädten wobei in Ankara wird es wahrscheinlich genauso groß wie in Hamburg oder in München.

01:01:59: Also so die Großstädte halten sich da eigentlich ziemlich die Waage.

01:02:04: Ich hab' heute gedacht, als ich die Musik nochmal gehört habe und vielleicht lag's auch am Wetter... ...ich hatte irgendwie so ein Roadtrip vor Augen und irgendwie Cabrio und es war richtig gutes Wetter!

01:02:14: Und die Musik lief im Auto und ich hätte gesagt das ist eine gute Vibe und das könnte auf jeden Fall sehr viel Spaß machen auf dem Konzert.

01:02:23: Da wir eigentlich hauptberuflich Autofahrer sind, also durch unsere Tätigkeit.

01:02:29: Wir spielen eineinhalb Stunden Konzert und fahren aber fünf oder sechs Stunden Auto.

01:02:33: Wollen wir natürlich Musik machen, die dem Autogut klingt?

01:02:36: Also da hast du jetzt das beste Kompliment.

01:02:38: Zum Schluss wenn du magst, darfst du eine Musik- und eine Buchempfehlung geben.

01:02:42: Gibt es vielleicht eine Band... kann auch gerne kleine Bands sein, die du empfehlen möchtest.

01:02:49: Kann auch ein Album sein!

01:02:50: Und einen Buch hast du ja schon empfohlen.

01:02:52: aber vielleicht hast du noch eins, dass dich geprägt hat in der Kindheit oder was du jetzt vor kurzem gelesen hast.

01:02:56: Ein geheimen Tipp?

01:02:59: Ja absolut Ich muss kurz überlegen, weil immer wenn so eine Frage kommt dann habe ich gleichzeitig zwanzig Gedanken.

01:03:10: Deswegen lass mich kurz sortieren im Kopf.

01:03:12: Ja sehr

01:03:12: gerne!

01:03:15: Also ein Album was ich letztens gehört hab und das mich sehr tief berührt hat es ist kein neues Album.

01:03:22: Es ist von zweiundachtzig es ist von Roxy Music.

01:03:26: Avalon Ist kein Gitarrenalbum aber Brian Ferry schreibt einfach so unfassbar gute Musik und gute Lieder.

01:03:36: Ich habe das gerade in der Winterzeit, wenn dann die dritte Woche grau verhangen ist... ...hat dieses Album schon einfach so eine Wärme und so eine Kraft versprüht, dass ich dann doch gedacht habe, das Leben ist doch sehr schön, wenn so Musik draußen ist!

01:03:57: Also wer es nicht kennt Ganz, ganz große Empfehlung.

01:04:02: Und dann drehe ich mich einmal noch mal zum Bücherregal um und guck... Was habe ich denn kürzlich einsortiert?

01:04:11: Ah ja!

01:04:12: Was sehr cool war.

01:04:14: von Daniel Kellmann Lichtspiel.

01:04:18: Er hat so ein bisschen was vom Mephisto, von Klaus Mann.

01:04:22: Das spielt in diesem Stil und handelt davon wie ... korrumpierbar die Kultur durch Politik ist und vor allem wenn die Politik dann radikal und menschenfeindlich ist.

01:04:38: Und man sich versucht hinter dem Schutzmantel der bürgerlichen Fassade und der kulturellen Bildung zu verstecken, und dann doch letztendlich dann mithäter wird es super krass die Geschichte und hat mich enorm gefesselt.

01:04:54: Die Empfehlung von Engin?

01:04:56: Ganz am Ende allerletzte Frage.

01:04:58: Du hast gesagt, wenn du jetzt Songs oder für die Band musstest du ein bisschen lernen auf der E-Gitarre Türkisch e-Gitare zu spielen?

01:05:09: Was ist denn das Schwierigste dabei?

01:05:12: Auf eine türkische Art Wie hast du das gesagt?

01:05:14: ich will es nicht falsch sagen

01:05:15: Ja ja absolut.

01:05:17: Also man muss so ein bisschen, also jetzt gitarrentechnisch gesprochen Hammer on Und Pull, also du musst mit deinen Fingern so Triller-Bewegungen schnell hinkriegen.

01:05:31: Das ist dann ein bisschen dieser Balama Style und natürlich hat die harmonisch Moltonleiter sollte man gut kennenlernen.

01:05:41: Die wird dein bester Freund!

01:05:43: Das hat ein bisschen gedauert.

01:05:45: aber wenn man halt viel diese Musik verfolgt und nachspielt, kommt man da auch voll gut rein.

01:05:49: und ich meine auch so Bands wie Crouan Bin oder so... Der hat ja auch diesen Style sich voll mega gut drauf geschafft und klingt super toll.

01:06:00: Und ist auch sehr zeitgemäß, also es auf jeden Fall... Man kann da sehr viel lernen als Gitarrenspielerin oder Gitarrenspieler.

01:06:08: Heute zu Gast war Musiker Engini!

01:06:12: Ganz vielen Dank für deine Zeit, das war sehr schön.

01:06:14: Alles Gute für eure Tour.

01:06:16: Vielleicht ergibt's dich bald nochmal?

01:06:18: Sehr schönes Album, sagt mir Almanya.

01:06:20: Seit letzten Freitag draußen heute.

01:06:22: Wir nehmen am XXIII.

01:06:24: auf.

01:06:24: alles Gute und Dankeschön!

01:06:25: Herzlichen Dank, Christoph.