Milch und Kultur

Milch und Kultur

MuK

Transkript

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00:00:00: Ich würde mir wünschen, dass das Thema nicht mehr so stabilisiert wird.

00:00:03: Dass man damit einfach offener umgeht.

00:00:05: für mich ist immer ein gutes Beispiel, dass viele Eltern Angst haben.

00:00:10: Also Musik kann glaube ich ganz viel erreichen und Musik verbindet ja.

00:00:14: also bei uns sitzen dann auch Menschen zusammen wo dann eben auch kommt mein ins Gespräch über Musik.

00:00:22: Ob es jetzt ein Schlagerabend ist oder ob das italienisch- oder spanische Klänge sind dann unterhalten sich Menschen drüber, zum Beispiel wo hab ich denn das letzte mal gehört oder wo war ich denn im Urlaub?

00:00:33: und das fängt an Menschen zu verbinden.

00:00:35: Und dann werden auch Erinnerungen geteilt.

00:00:39: Also ich habe früher Alben produziert also so ganz klassisch und bin auf Tour gegangen und da hatte ich aber tatsächlich auch schon die schweren Themen am Start.

00:00:47: Aber ich muss sagen, ich sage immer seitdem ich im Hospiz mit den Familienliederschreiber sind die Lieder gar nicht mehr traurig.

00:00:55: Die sind so bunt wie das Leben!

00:00:58: Herzlich willkommen zu einer weiteren Ausgabe Milch und Kultur.

00:01:01: heute zu Gast bei mich und Kultur sind Silvia Beckhardt und Nadine Maria Schmidt.

00:01:06: Nadine Marie Schmidt ist Liedermacherin und Silvia Becker des Leiterinnen der Leipziger Diakonie Hospiz.

00:01:12: und warum die beiden heute zu gast sind Das werdet ihr gleich erfahren, aber vorher geht es los mit einer Folge kurze Frage, kurze Antwort.

00:01:20: Da gebe ich euch entweder ein Begriff oder eine kurze Fragen und bitte um eine kurzen Antwort.

00:01:26: Es geht los!

00:01:28: Dieses Instrument spiele ich

00:01:31: Keins Gitarre.

00:01:33: Das letzte Mal im Theater war ich

00:01:36: Zehn Jahre her

00:01:38: Jetzt im Frühjahr.

00:01:39: Ja das letzte Konzert dass ich besucht habe war

00:01:42: Lenny Kravitz.

00:01:43: Avo

00:01:44: Pärt.

00:01:45: Milch ist für mich.

00:01:46: Grundnahrungsmittel

00:01:48: gehört in den Kaffee.

00:01:50: Leipzig ist es für mich

00:01:52: Meine Stadt

00:01:53: Heimat

00:01:54: Im Urlaub, lieber Berge oder Strand

00:01:58: Beides!

00:02:00: Strand

00:02:01: Die schönste Art zu reisen ist

00:02:05: Zu Fuß

00:02:06: Also da wo ich hin will mit dem Flugzeug

00:02:09: Das stimmt.

00:02:11: Diesen guten Film habe ich zuletzt gesehen

00:02:13: Da bin ich raus.

00:02:15: Nee, da komme ich jetzt auch auf keinen grünen

00:02:17: Zweig.

00:02:19: Okay!

00:02:19: Gar kein Film oder ein Lieblingsfilm vielleicht?

00:02:21: Das rauscht manchmal so vorbei.

00:02:23: Genau

00:02:23: das wollte ich auch sagen, dass rauscht bei mir vorbei.

00:02:25: Das gucke ich an, das konsumiere ich und dann ist er weg.

00:02:27: Es gibt großartige Filme aber mehr fahren sie jetzt gerade nicht ein.

00:02:31: Dieses Musikstück lief als zuletzt bei mir... Tabula

00:02:35: rasa von Avopert.

00:02:37: Ist es ein Chor-Stück?

00:02:38: ne?

00:02:39: Ja ich glaube, weil ich hör sehr viel Chormusik vom Avopern.

00:02:43: Raustoffverbeiber?

00:02:44: Nee, tatsächlich.

00:02:46: Ich kann mir immer nicht genau mehr kennen.

00:02:49: Musst

00:02:51: du auch nicht das Allerletzte gewesen sein in letzter Zeit vielleicht einzusehen?

00:02:55: Ich

00:02:55: bringe mal aus wie hieß er denn?

00:02:57: American Girl von... ist jetzt relativ neu.

00:03:00: ich hab's Bild vor mir vom Sänger.

00:03:05: Ist dort drin.

00:03:08: Ja,

00:03:08: ich komm nicht drauf

00:03:09: Das ist nicht schlimm.

00:03:10: Okay,

00:03:11: okay.

00:03:13: Nadine du bist Liedemacherin.

00:03:15: Gibt es einen Beruf den du sonst gerne machen wirst oder den du spannend findest?

00:03:20: Ein anderen Beruf den ich spannend fände also ich wäre würde ich nochmal auf die Welt kommen dann hätte ich Psychologie studiert

00:03:30: und als was würdest du arbeiten?

00:03:31: als Psychologin in

00:03:33: einer bestimmten Einrichtung oder

00:03:39: weiß ich nicht?

00:03:40: auf jeden Fall mit Erwachsenen denke ich

00:03:42: Sehen wir?

00:03:46: Nee, ich bin wunschlos glücklich.

00:03:47: Ich bin Sozialarbeiterin.

00:03:49: Ich hab den Beruf so gewählt wie er passt und der passt perfekt.

00:03:56: Also meiner passt auch aber so.

00:03:58: Psychologen ist schon auch...

00:04:00: Vielleicht könnt ihr mal vielleicht werden ein bisschen länger.

00:04:03: Vielleicht könnt Ihr mal erzählen, wie das kommt dass ihr beide in Kontakt seid und heute hier sitzt bevor wir dann mal einzigucken, was denn eure Aufgaben sind in euren Beruf.

00:04:16: Warum sitzt ihr beide zusammen heute hier?

00:04:18: Wie

00:04:18: sind wir zusammengekommen?

00:04:20: Silvia

00:04:20: spricht jetzt!

00:04:24: Wir haben im Hospiz eine Veranstaltung organisiert und dabei ist mir in der LVZ tatsächlich ein Artikel über Nadine aufgefallen

00:04:36: wo

00:04:37: drinnen stand dass sie eben Lieder macht für Verstorbene oder für Eltern, also da gab es den Bericht über das Lied für den kleinen Jungen genau und wir haben jemanden gesucht.

00:04:48: Wir haben noch für unser Jahresgedenken jemandem gesucht der vielleicht auch ein bisschen musikalisch umrahmt Und dann habe ich dich angerufen und so sind wir zusammengekommen Und daraus hat sich tatsächlich mehr entwickelt.

00:05:04: Ist es

00:05:04: mehr draus geworden?

00:05:05: Es ist mehr draus geworden als tatsächlich das Jahresgedenken, das ist es nicht geworden, aber trotzdem ein kleiner Auftritt bei uns in einer Veranstaltung gewesen zum Tag der offenen Tür und dann ... ja.

00:05:20: Genau!

00:05:20: Dann sind die Ausschreibungen von der EU über den Weg gelaufen.

00:05:27: Genau, und dann habe ich diese Wehr angerufen.

00:05:29: Ich

00:05:29: sag mal sehr weh, habt ihr Lust?

00:05:31: Ich hab das gefunden!

00:05:35: Und Nadine vielleicht kannst du mal sagen was genau machst du denn in dem Hospiz?

00:05:40: Na, wir haben da das Projekt.

00:05:41: Das heißt dein musikalisches Denkmal in der Hospizarbeit und da schreibe ich mit Hospizgästen oder deren Angehörigen gemeinsam ganz persönliche Lieder für einen würdevollen Abschied.

00:05:55: Es ist eigentlich eine Mischung aus Sterbe- und Trauerbegleitung und gemeinsamen Liedschreiben.

00:06:02: Genau also ich sage mal die Familien haben die Lieder zum Ziel

00:06:09: Bevor wir immer dazu kommen, warum ihr das macht was ihr macht.

00:06:12: Vielleicht können wir den Begriff Hospiz nochmal erklären vielleicht für Leute die gar nicht so viel Kontakt haben oder das Wort auch gar nicht kennen?

00:06:18: Was ist ein Hospiz?

00:06:21: Ein Hospiz ist eine Einrichtung für Menschen die schwerst krank sind also die sozusagen am Ende ihres Lebens sind mit einer schweren Erkrankung, die also nicht mehr halber ist und die Unterstützung brauchen.

00:06:35: Wo zu Hause zum Beispiel auch die Unterstützung des Netzwerks nicht mehr funktioniert.

00:06:39: Also auch mit einem Pajatiefnotdienst, mit dem Pflegedienst, auch mit den Angehörigen dass das nicht mehr funktioniert und dafür gibt es die Hospizeinrichtungen in Deutschland.

00:06:53: Wenn du eure Einrichtung mal beschreiben würdest wie sieht der Alltag aus?

00:06:58: Wie sehen eure Räumlichkeiten noch aus?

00:07:01: Was macht euer Hospiz aus?

00:07:04: Also unser Hospiz ist, man stellt sich da immer so riesengroße Einrichtungen vor.

00:07:08: Tatsächlich sind es immer sehr kleine Einrichtung.

00:07:10: Unser Haus hat zwölf Betten.

00:07:12: also wir haben zwölfe Zimmer, zwölfte Gästezimmer weil bei uns sind Menschen die zu uns kommen Gästen und Wir haben noch ein dreizehntes Zimmer.

00:07:22: das ist für die anderen Zugehörigen wenn sie sozusagen auch mal ihre Ruhe haben wollen und vielleicht das gerade nicht aushalten können bei ihren Angehörigen im Zimmer.

00:07:35: Und ja, und bei uns ist es, ich sage immer bunt und laut und lustig tatsächlich.

00:07:45: Also man kann sich... viele stellen sich das so vor dass das so ein Sterberhaus Also die ältere Generation tatsächlich und das ist es tatsächlich nicht.

00:07:55: Bei uns ist es hell, bei uns ist bunt, wir haben verschiedene Farben an den Wänden.

00:07:59: Bei unseren sind auch immer Veranstaltungen wie zum Beispiel dass wir mal ein Schlagerabend machen oder eben auch mal Themenparties wie z.B.

00:08:10: italienischer Abend, spanischer Abend.

00:08:12: Dass sie unsere Gäste gemeinsam noch ihre Zeit genießen können.

00:08:17: Es kommt tatsächlich darauf an mehr Lebensqualität sozusagen auch in der letzten Phase des Lebens zu schenken.

00:08:26: Wenn du das Wort Lebensqualität benutzt, was bedeutet das wirklich?

00:08:30: Lebensqualitet bedeutet dass man vielleicht auch mal für einen Augenblick vergessen kann, dass es einem vielleicht in dem Moment so schlecht geht, dass man schwer krank ist und dass man gegebenenfalls den nächsten Tag nicht erlebt.

00:08:42: Lebensqualitäts ist aber auch die Symptome.

00:08:46: gelinnert werden der darauf achtet, dass es mir gerade schlecht geht und das Schmerzen, also dass ich keine Schmerzenaushalten muss in dem Moment.

00:08:57: Ja, und dass immer jemand da ist und mir zuhört, da es

00:09:01: aushält.".

00:09:02: Du hast gesagt du bist Sozialarbeiterin eigentlich?

00:09:05: Vielleicht kannst du mal erklären wie kommst du zum Hospiz

00:09:09: Leipzig?".

00:09:11: Ich habe viele Jahre als Sozialarbeiterin im Krankenhaus gearbeitet und habe dort tatsächlich auch mit vielen Menschen gearbeitet, die eine Lungenkrebserkrankung hatten oder eine lungen Erkrankung auf einer Krebstation.

00:09:25: Aber auch mit anderen Menschen, die zum Beispiel gastroenterologische Erkranken hatten und hab da fast zehn Jahre gearbeitet Und habe da auch schon im Rahmen meiner Ausbildung als Psychoankologin sozusagen Die Angehörigen aber auch unsere Patienten im dameligen Kontext begleitet, war da.

00:09:47: Hab zugehört, Gespräche geführt und konnte unterstützend da sein um einfach um Wege zu eröffnen.

00:09:58: Was gibt es für Möglichkeiten?

00:09:59: Also viele Menschen wünschen sich das sterben Zuhause.

00:10:07: Diesen Weg kann man gehen, aber man muss alle mitnehmen.

00:10:11: Gesamte Hilfe-Netzwerk, was es da gibt muss man sozusagen kennen und ausschöpfen können.

00:10:18: Und das hat mich immer erfüllt.

00:10:22: Ja, irgendwann war die große Überlegung... Das ist tatsächlich schon eine ganze Weile her, im Jahr zwei Tausend Fünfzehn war die Überlegungen vom Diagonissen Krankenhaus ein weiteres Hospiz innerhalb des Töres zu eröffnen.

00:10:33: Unser damaliger Rektor am Krankenhaus hat das dann pöher Pö entstehen lassen Und Bruchreif wurde es dann im Jahr zwei Tausend Neunzehn, wo dann ein Grundstück gefunden wurde von einer Kirsgemeinde in Eutritsch.

00:10:52: Dann wurde das immer genau irgendwie immer konkreter.

00:10:55: Da gab's dann Architekten und dann ist das Haus entstanden.

00:11:01: Das Grundstuck sozusagen erst mal befreit wurden von den ganzen Garagen die da standen Und dann sind es Stein auf Stein sozusagen dort entstanden.

00:11:10: Also, ja... und ich habe mich dann auf die Stelle beworben als Leitung im Hospiz und nun sitze ich hier.

00:11:22: Wenn du sagen musstest was ist das Schwierigste an deiner Arbeit?

00:11:25: Was ist das Schönste an deine Arbeit?

00:11:30: Ich glaube dass schwierigste ist für jeden der bei unserer Arbeiter das Aushalten weil Jeder Mensch ist anders, jeder Mensch ist individuell.

00:11:38: Und das darf er auch sein und es darf er bei uns sein... ...und eben dieses Aushalten dieser Machtlosigkeit die man unter Umständen auch verspürt wenn dann Menschen voreinstehen und immer wieder dieselbe Frage stellen aber der Papa muss doch essen und er muss doch trinken und die Mama muss doch das.

00:11:58: und ich glaube dass es manchmal dieses Aushalten Und das Schöne ist, man hat mit so vielen Menschen zu tun die wirklich alle ganz individuell sind und ganz einzigartig.

00:12:15: Das was du sicherlich auch so sehen könnt Nadine, genau.

00:12:21: Und das ist großartig, Menschen kennenzulernen ja.

00:12:26: Nadine Du machst viel Musik auch jetzt in dem Hospiz aber vielleicht kannst du mal ein paar Worte dazu sagen was du eigentlich für Musik machst weil denn Musik hat nicht zwingend immer nur oder hat nicht nur mit Trauer zu tun, sondern vielleicht kannst du mal ein bisschen deine Musik erklären.

00:12:41: Was machst du als für eine

00:12:43: Musik?

00:12:44: Also ich habe früher Alpen produziert also so ganz klassisch und bin auf Tour gegangen und da hatte ich aber tatsächlich auch schon die schweren Themen am Start.

00:12:52: Aber ich muss sagen... Ich sage immer seitdem ich im Hospiz mit den Familienliederschreiber sind die Lieder gar nicht mehr traurig oder sehr melancholisch.

00:13:03: Die sind sehr berührend und ich sage immer sie sind so bunt wie das Leben.

00:13:08: Also ganz häufig kommt eben diese Bitte auch, ja aber das darf nicht so traurig sein.

00:13:13: Und dann sage ich immer wie war denn ihr Leben?

00:13:15: War es nur traurisch?

00:13:17: Naja ne!

00:13:18: Dann wirds auch bunt werden und... Ich bin sehr nah an den Familien dran.

00:13:27: Ich bin ja sehr tief mit denen, ich habe viele Gespräche und wenn ich die Angehörigen noch begleite, dann halt auch bei den Angehäurigen immer zu Hause.

00:13:36: und so was ich jetzt, also wenn ich das jetzt nochmal aufgreifen darf... Was ich das schönste finde ist dass ich mit Menschen zu tun habe, die in den meisten Fällen unglaublich authentisch sind.

00:13:55: Da fehlt dieses durch die Blume, also damit kann ich manchmal ganz schlecht.

00:13:59: Ich mag immer lieber...

00:14:00: Immer zu direkt mit Ort hinweg?

00:14:02: Ja

00:14:03: genau!

00:14:03: Also da kriegt man halt mehr... Oh nee, das geht heute nicht oder so.

00:14:10: ne und damit kann mich halt total gut.

00:14:14: Muss auch schon oder komisch morgen wieder.

00:14:18: Ich mag einfach dieses ehrliche von den Menschen, die in dieser Lebensphase sind.

00:14:23: Ich weiß nicht ob das bei allen so ist aber bei den Menschen mit denen ich bis jetzt gearbeitet habe... Das finde ich einfach großartig und dass sich einen Vertrauen entgegen.

00:14:35: gebracht bekommen.

00:14:37: Und wir wirklich am Lebensende da nochmal sowas schönes miteinander machen und das auch so empfunden wird, und wie die dann aufblühen dass sie das jetzt noch mal schaffen.

00:14:47: also was ich da erlebt habe, wie viel Kraft die noch einmal entwickelt haben.

00:14:52: Oh nee!

00:14:52: Das machen wir heute!

00:14:53: Ich will das jetzt zu Ende bringen.

00:14:54: So ne?

00:14:55: Ich bin dann auch schon am... finde ich immer so großartig wie die noch mal leuchten, nochmal für ihre Hinterbliebenen also für ihre Angehörigen nochmal sowas zu schaffen.

00:15:07: Also gerade wenn ich auch mit den Aufnahmen nochmal mache... Ich biete ja auch an da, dass die am Ende des Liedes noch eine Originalaufnahme machen, nochmal so ein Gruß irgendwie an der Angehörung und das ist immer... ganz berührend, also wenn die Weine dann auch.

00:15:25: Weil es natürlich eine andere Bedeutung von Abschied hat.

00:15:27: Das ist halt nicht einfach ein Tschüss wie man das so sagt.

00:15:30: und ja ich habe unglaublich bewegende Momente.

00:15:34: Jetzt habt ihr beide das Wort bunt benutzt?

00:15:36: Also du in der Beschreibung Eure Sotspices und du auch in der Beschreibung der Texte dass deine Texte bunter geworden sind oder dass man eigentlich Klischee, dass man denkt jetzt macht die Musik immer aus Speed und jetzt werden ... Die Text ist schwerer.

00:15:53: Aber es ist das Gegenteil eigentlich.

00:15:54: Genau!

00:15:54: Und sie haben andere Facetten noch bekommen... Was heißt denn Bund für euch?

00:16:01: Was heißt Bund?

00:16:02: Bund heisst tatsächlich wirklich diese Individualität von jedem Einzelnen.

00:16:08: Und das macht die bunte Mischung also von unseren Gästen, von unserem Mitarbeitenden.

00:16:13: da ist ja auch jeder ganz einzeln und ganz individuell und jeder auf seine Art und Weise sozusagen geht er mit den Dingen um.

00:16:23: Ich glaube, das macht Bund für mich auch aus.

00:16:27: Für mich ist es bunt.

00:16:28: also ich bin ja nicht jetzt jeden Tag im Hospiz und ich bekomme halt leider auch nicht alle Hospizgäste mit aber bei mir ist es bund... bekommen, einfach Geschichten erzählt und die sind unglaublich bunt.

00:16:42: Die Leben sind bunt!

00:16:44: Die Leben bestehen aus Tälern, aus Bergen, aus Menschen, die da waren, aus den Menschen, der ihn verlassen haben.

00:16:51: Also dieses Leben.

00:16:54: Und was ich ganz besonders mochte... irgendeine Schwester hat mal gesagt im Hospiz stehen Weinen und Lachen ganz dicht beieinander.

00:17:06: Und das erlebe ich eben auch in den Begleitungen, also wir lachen unglaublich viel aber dann wird halt auch mal geweint und es darf alles

00:17:17: sein.

00:17:18: Es ist selbstverständlich dass das

00:17:20: okay ist.

00:17:21: Vielleicht kannst du uns mal in den Prozess mitnehmen?

00:17:23: Also wie geht es eigentlich los, dass ein Song oder ein Lied für jemanden entsteht?

00:17:29: Wie arbeitet ihr oder wie arbeitest Du?

00:17:32: Oder wie geht's los?

00:17:34: Wer sagt, es soll ein Lied entstehen?

00:17:38: Von wem geht der Impuls aus und wie ist die Zusammenarbeit?

00:17:42: In der Regel ist das so.

00:17:43: Wenn ich dann die Familien zu Ende begleitet habe, gehe ich ins Hospiz und frage die Schwestern oder Pfleger ob sie einen Tipp für mich hätten, Empfehlung.

00:17:55: Wo Sie denken das würde der Familie gut tun oder das wäre was für die Familie und dann gehe ich tatsächlich einfach wie eine Physiotherapeutin oder eine Erkottherapeuten gehe ich dann einfach in die Zimmer, stelle nicht vor, stell das Projekt kurz vor und frage halt ob da Interesse bestünde dass wir da etwas zusammen machen.

00:18:14: Und also in den meisten der Fälle stoße ich auf ganz viel Begeisterung und Rührung.

00:18:21: Dann geht es los, dann machen wir meistens gleich ein Erstgespräch.

00:18:24: Erstgesprech wird dann geklärt.

00:18:26: wer schreibt alles mit?

00:18:28: Schreibe ich nur mit dem Hospiz Gast oder schreibe noch jemand von den Angehörigen mit?

00:18:33: Wer entscheidet Hospizes?

00:18:35: Gast ist alleine?

00:18:36: Ja!

00:18:36: Also ganz wesentliche Selbstbestimmung und Selbstwirksamkeit an dem Projekt das ist mir ganz wichtig Genau, und dann wird halt geguckt.

00:18:44: Kann jemand ein Instrument spielen?

00:18:46: Möchte jemand singen?

00:18:48: Möhste jemand eben so eine Aufnahme am Ende des Liedes machen?

00:18:51: Das ist das Erstgespräch!

00:18:53: Und an wen soll das Lied gerichtet sein?

00:18:56: Aus welche Perspektive soll es gesungen sein

00:18:58: usw.?

00:19:00: Anhand dieser Information gehe ich nach Hause und mache einen individuellen Fragebogen, der basiert auf der Methode-Ressourcen orientierte Biografierarbeit Und dann gehe ich in diese Zweitgespräche oder auch Drittgespräche.

00:19:16: Die richten sich immer zeitlich, je nachdem wie die Menschen das kräftemäßig halt schaffen.

00:19:23: und dann gehen wir so ein bisschen die Fragen durch und gucken Fotos an wenn welche da sind erinnern uns und da geht es halt viel um Wertschätzung nur nochmal einen Blick aufs Leben zu nehmen, einen wertschätzenden Blick noch mal einen gesunden Abschluss zu finden, zu gucken Wie habe ich denn Krisen gemeistert?

00:19:41: Wer war dann da in den Krisen und wie bin ich denn daraus gekommen, was hab' ich denn alles geschafft in meinem Leben?

00:19:48: oder auch wie hat denn meine Persönlichkeit sich eigentlich entwickelt über die Jahre.

00:19:52: Und ich glaube der häufigste Satz, den ich so sage ist... Da können Sie sich aber mal auf die Schulter klopfen, was sie alles geschafft haben und auch durchgestanden.

00:20:05: Ich sehe immer die Menschen wachsen die dann plötzlich gerade sitzen und sich auf die Schulter klopfen.

00:20:11: Und das ist immer ein ganz toller Moment!

00:20:13: Genau, und dann frage ich natürlich Hörgewohnheiten ab.

00:20:19: Wenn jemand jetzt Schlager gehört hat, dann gucke ich halt was war die Lieblingsband?

00:20:23: Was war das Lieblinslied?

00:20:24: Guckt er nach den Akkorden damit ich einfach ein bisschen in die Hörgewohnheit treffe?

00:20:29: Und dann stelle ich einfach verschiedene Akkorde vor um schon mal zu gucken, was ist dafür ein Gespür?

00:20:35: Was tut gut, was nicht so?

00:20:37: Dann legen wir auch so als ihr ein schunkliches Lied, also spiele ich mal einen Dreiviertel oder Achtel vor, welches Zupfenmuster wollen wir verwenden?

00:20:46: Das spiele ich dann vor und dann gucken wir mal.

00:20:49: Dann gehe ich mit dem allen nach Hause und dann gehe ich in Songwriting rein und es kommt natürlich viel weniger in die Lieder rein als ich jetzt habe.

00:20:59: Ich hab manchmal zwanzig die Navierseiten voll mit Infos Genau, und dann gehe ich da eben rein.

00:21:06: Vorher haben wir noch besprochen was soll rein?

00:21:08: Es wird halt meistens ein Lied aus Zitaten die derjenige immer mal gesagt hat oder es wird eine Ansprache.

00:21:16: was will ich mein Lieben noch sagen?

00:21:17: das kommt ganz oft rein und dann werden eben schöner Erinnerungen festgehalten oder eben auch wie man in Verbindung bleiben will.

00:21:24: also zum Beispiel keine Ahnung.

00:21:27: was ich öfters habe ist der Wind im

00:21:29: Haar.

00:21:32: Ere Enkelin gesagt, wenn das Gras am Fensterbrett, die haben da irgendwie so ein Gras ausgesehen und wenn es dann sprießt.

00:21:43: Dann denk an mich und ich denke an dich.

00:21:46: Also solche Dinge einfach fließen dann ein.

00:21:49: Und dann gehe ich ins Hospiz.

00:21:50: Wenn ich fertig bin, spielt denen das vor ganz berührender Moment.

00:21:55: Und wenn sie zufrieden sind... Wenn Sie nicht sofrieden sind, machen wir noch mal ein Korrektur.

00:22:01: Das hatte ich aber tatsächlich noch nie und bis auf Kleinigkeiten.

00:22:05: Und dann gehe ich nach Hause, nehme das auf und schicke es in Studio und dann stelle ich das halt auf CD oder Stick zur Verfügung oder eben im Raum der Erinnerung.

00:22:17: Das nutzen die Leute auch sehr gerne.

00:22:19: Das ist eine virtuelle Erinnerungsseite bei mir auf der Seite und da kann man so anonym wie man das gerne möchte, eben noch Lebensdaten oder Fotos einstellen und da ist dann das lieb.

00:22:33: Und es wird dann innerhalb der Familie gern geteilt weil es einfach nochmal eine Möglichkeit gibt auf andere Art und Weise über den Verschworbenen auch zu sprechen.

00:22:42: also das wird immer sehr gern

00:22:43: angenommen.

00:22:45: Jetzt bist du ja für dich erstmal jemand Fremdes, also der auf sie zukommt und über seine Beografie zu sprechen?

00:22:51: Über sein Leben ist er eigentlich etwas Intimes.

00:22:54: Wie schaffst Du's da mehr Brücken zu bauen bzw.

00:23:00: was das so für Erfahrungen ist, dass die Beziehungsarbeit erst mal vorher wichtig oder ist es relativ schnell durch die Musik, dass sie sich öffnen und dann sich da sehr offen verzeigen, dass gerade schon gesagtes oft auf sehr viel Begeisterung stößt aber gibt's da auch ein bisschen manchmal Hemmungen über... Also ich könnte mir vorstellen, also für mich vielleicht auch gar nicht so leicht ist es mit jemandem fremden zu teilen.

00:23:26: Ja, also ich zitiere mal eine Dame mit der ich gearbeitet habe und die hat gesagt, du kommst rein und man vertraut dir gleich.

00:23:36: Was muss man gut können?

00:23:37: Nein aber das ist ja schon vielleicht... Man gehört ja Vertrauen auch zu.

00:23:43: Ja ganz viel!

00:23:44: Aber ich glaube wichtigste meiner Arbeit ist immer dass ich komplett gucke wer sitzt mir gegenüber?

00:23:51: was braucht dieser Mensch?

00:23:52: also was sich in der Regel immer macht bevor ich mit meinem Thema oder mit dir was wir heute vorhaben, guck ich erst mal was raus muss.

00:24:01: Also ich gehe jetzt mal rein und dann gucken wir erstmal was muss jetzt raus?

00:24:05: Was beschäftigt den Menschen gerade

00:24:07: bevor... Tag es aktuell ist oder jetzt grade?

00:24:10: Das ist immer ganz wichtig.

00:24:11: also damit ich sage das immer damit erst einmal der Stöpsel gezogen ist, damit wir da noch frei sind miteinander zu arbeiten oder ob's halt überhaupt geht.

00:24:20: genau.

00:24:21: und ich finde wenn man da den Menschen einfach den Raum gibt, dann hat man eigentlich ganz schnell das Vertrauen.

00:24:30: Also Menschen lassen ist glaube ich so ein Thema.

00:24:34: Und man muss natürlich immer dazusagen dass ja nicht jeder aus Pizkatz das möchte.

00:24:41: Das muss man auch sagen.

00:24:42: Nicht jeder ist so affin und sagt oh ich möchte gerne auch was hinterlassen und dann auch gerne noch in Musik.

00:24:48: es gibt auch einige also Das gibt es auch in unseren Aufnahmegesprächen, erwähnen wir das natürlich immer schon.

00:24:53: Also dass es zumindest schon mal einen Berührungspunkt gibt und dann gibt's trotzdem den ein oder anderen der dann sagt, das ist jetzt nicht so meins ne?

00:25:03: Also nee, ich möchte das lieber auf eine andere Art und Weise und das brauche ich nicht.

00:25:09: Aber ich glaube, da haben wir ja auch schon ein gutes Gespür innerhalb von unseren Mitarbeitenden geschaffen.

00:25:17: Wo wir wissen, okay das passt.

00:25:20: Das könnte gut passen.

00:25:21: also wir hatten tatsächlich auch schon mehrere Musiker bei uns.

00:25:25: Das muss man auch sagen und da hat es immer gut gepasst fand ich.

00:25:30: Bei mir war's jetzt bis jetzt ein Musiker den ich hatte.

00:25:33: Also dreizehn Denkmäler sind jetzt aus dem treizten.

00:25:35: Begleitung bin jetzt gemacht ein Musiker, ein Orchestermusiker.

00:25:40: Genau.

00:25:41: Aber ja prinzipiell also das sage ich immer als ich bin wirklich total dankbar um mal dass die also das Pflegepersonal also die Schwestern und Pfleger mir einfach so gute Tipps geben.

00:25:50: wir haben da einfach einen Gespür für die Leute.

00:25:52: den kennen die Leute ja viel mehr als ich das jetzt kenne und sie haben eigentlich fast immer recht Also fast immer.

00:26:00: Klappt das dann und passt sehr gut!

00:26:03: Dein Musikalist, Denkmal heißt das Projekt und ist auch von der EU gefördert.

00:26:07: Vielleicht siehst du ja was es deiner Rolle in dem Projekt beziehungsweise wie ist eure Zusammenarbeit?

00:26:15: Unsere Zusammenarbeit besteht eigentlich darin dass Nadine wirklich den Hauptport macht muss man tatsächlich sagen.

00:26:26: Weil tatsächlich eine Musik schreiben kann ich mich nicht beteiligen.

00:26:30: Ich kann sozusagen nur auf die Menschen zugehen und kann denen das vorstellen, habe natürlich trotzdem die Projektleitung... Die Projektleitungen besteht natürlich darin viel Schreibkram zu machen.

00:26:42: Man muss immer im Austausch bleiben auch mit der SAP Bank, die uns finanziert, also die das Projekt ja netterweise finanzieren, dass unsere PizGäste, die das in Anspruch nehmen wollen und möchten, umsonst bekommen.

00:26:57: Also das ist ja ein Projekt, was eben über die EU finanziert wird und da gibt es im Hintergrund ganz viel zu regeln tatsächlich.

00:27:07: Das ist so mein Hauptpart.

00:27:10: Und natürlich auch die Vernetzung, zum Beispiel wir haben eine Sozialarbeiterin unsere Frau Schäfer, die natürlich auch immer mit involviert wird.

00:27:26: In wie vielen Hospizen gibt es denn solche Projekte eigentlich?

00:27:30: Oder ist das was sehr Unikates.

00:27:32: Also, es gibt nur in Leipzig... Genau!

00:27:34: Das Projekt, ganz speziell, gibt's nur bei uns

00:27:38: tatsächlich.

00:27:38: Gibt es andere ähnliche Projekten in anderen Hospizen die ihr kennt?

00:27:42: Mir wurde mal zugetragen dass es an der Ostsee wohl Musiker gäbe, der irgendwie so ein Thema hat verschenke einen Lied aber Ich weiß jetzt nicht, wie die Hintergründe sind.

00:27:54: Weil das an unserem Projekt ist ja dieses Besondere, dass ich auch Sterbe- und Trauerbegleiterin bin und eben das wirklich methodisch aufbereite.

00:28:04: Ich weiß es nicht wieder an der Ostsee da arbeitet aber ich will mal in Kontakt mit dem gehen, da ich das ja auch spannend finde.

00:28:11: Genau und das macht glaube ich so ein bisschen dieses besondere also dieses Methodische.

00:28:17: Und dieses Programm ist wie lange gefördert von der EU?

00:28:21: Ist das begrenzt und was muss man dafür tun, damit es verlängert wird?

00:28:26: Also begrenzelt ist es tatsächlich jetzt bis Ende Februar.

00:28:33: Und dann tatsächlich über anderthalb Jahre gefordert worden zwei Jahre genau.

00:28:37: wir haben angefangen im März.

00:28:44: Und das läuft jetzt noch bis Februar.

00:28:48: Zudem danach, kannst du vielleicht noch ein bisschen was erzählen?

00:28:51: Dann bist du ja ganz...

00:28:52: Puh!

00:28:53: Zu dem danach.

00:28:53: Endlich

00:28:54: auch.

00:28:55: Das weiß ich auch nicht so genau.

00:28:58: Da arbeite ich so ein bisschen dran.

00:29:00: Weil das ist natürlich immer, also ein Hospiz.

00:29:03: Also das kannst du eigentlich ganz gut erzählen.

00:29:05: Die Finanzierung eines Hospizes.

00:29:07: Magst du da etwas dazu erzählen bevor ich mit meinem Hals wisse?

00:29:13: Also generell Hospizien in ganz Deutschland werden zu ninety-fünf Prozent über die Krankenkassen finanziert.

00:29:20: Die fünf Prozent müssen sich alle Hospizie über Spenden sozusagen finanzieren Und das würde bedeuten, dass es auch in jeder Einrichtung ein bisschen unterschiedlich ist.

00:29:31: Weil wir jedes Jahr eine Verhandlung führen mit den Krankenkassen über den Tagessatz, den wir bekommen pro Gast, pro Tag und wir brauchen im Jahr ungefähr hundertzwanzigtausend Euro um sozusagen als Haus weiter zu existieren also unser Personal zu bezahlen unseren Strom unsere Wasser Also alle Dinge die so anfallen

00:29:59: Schneide raus.

00:30:04: Ja, also das ist sozusagen unsere Finanzierung und...

00:30:08: Ist die gesichert?

00:30:10: Naja uns gibt es ja jetzt schon seit fast drei Jahren.

00:30:14: Man kann sagen dass man ... Es ist ein großer Akt.

00:30:19: Man muss viel erzählen, man muss auch auf Menschen zugehen können und mit denen darüber sprechen können weil Spenden heißt ja immer eine Freiwilligkeit.

00:30:29: Wir können es nicht verlangen, aber wir können darum bitten.

00:30:32: Und gibt's irgendetwas von der Politik was die machen könnte?

00:30:36: Damit ihr nicht so auf Spenden angewiesen werdet?

00:30:39: Nein, die Politik hat sie ja so festgelegt.

00:30:41: Man muss dazu sagen vor ungefähr zehn Jahren waren das tatsächlich noch zehn Prozent... Das

00:30:44: könnte sich ändern!

00:30:46: Also vor zehn Jahren war uns noch zehn prozentige die Hospize sozusagen über Eigenfinanzierung, über Spenden selber finanzieren mussten, da ist die politik uns ja schon den ganzen einrichtungen gegengekommen mit den fünf prozent und das hat auch seinen grund warum das so sein soll.

00:31:02: es soll tatsächlich nicht mit tot geld verdient werden.

00:31:05: Das muss man ganz klar sagen.

00:31:07: dass ist tatsächlich einer der hauptgründe warum hospice spenden finanziert sind.

00:31:16: Und da würde ich jetzt anschließen und eben sagen, dass jedes zusätzliche Projekt ein Thema für Spenden wäre.

00:31:28: Zumal du mir auch mal erzählt hast das Fundraiser zum Beispiel gar nicht irgendwie vorgesehen sind im Hospice-Konzept die aber ganz wichtig wären um die Spenden professionell eintreiben zu können.

00:31:38: also eintreiben ist jetzt der falsche Wort Spender gewinnen zu können.

00:31:44: Genau und das wäre dann sozusagen auch nochmal ein zusätzlicher Punkt in dem Bereich, und ich bin jetzt eben gerade dran... die Überlegung ein Unternehmensförderkreis oder sowas in der Art zu gründen, wo ich so zehn Plätze im Jahr an Unternehmen vergebe, die Lust hätten oder sich vorstellen könnten musikalische Denkmäler im Jahr möglich zu machen und damit eben würdevolle Abschiede möglich zu Machen.

00:32:17: Und damit sich vielleicht auch auszusuchen Ja, also in welchem Hospiz oder in welche Einrichtung stattfinden soll.

00:32:26: Also dass man in dem Bereich irgendwie guckt aber da bin ich eben gerade erst dran und Prokrastiniere noch so ein bisschen da anzurufen weil das ja doch auch ein bisschen Kraftakt ist mich dadurch zu ringen und sagen hallo hier bin ich Genau!

00:32:45: Das ist so erstmal der Plan genau.

00:32:47: Songs, die durch das Projekt entschieden sind kann man sich auf der homepage deinmusikalischesdenkmal.de anhören.

00:32:53: Es sind sehr schöne Songs gewesen.

00:32:55: ich würde mal gern weil wir ein Kulturpodcast sind bei der Musik nochmal bleiben und der Funktion von Musik in der Traubegattung beziehungsweise in der Begleitung von Menschen die zeitnah sterben werden oder wie im letzten Metern in dem Leben begleitet werden.

00:33:12: von euch Was kann Musik, was anderes nicht kann?

00:33:16: Du hast jetzt auch einen Schlagerabend schon erwähnt.

00:33:18: Also jetzt will ich gar nicht nur in dem Projekt bleiben sondern... ...was für Musikformate?

00:33:25: oder wo taucht Musik in eurem Hospiz auf und welche Funktion übernimmt Musik?

00:33:29: und dann vielleicht was kann Musik etwas anderes nicht?

00:33:32: oder was erreicht Musik das anderes vielleicht nicht kann.

00:33:37: Also Musik kann glaube ich ganz viel erreichen, Musik verbindet.

00:33:41: Also bei uns sitzen ja dann auf Menschen zusammen, wo dann eben auch... Da kommt man ins Gespräch über Musik.

00:33:50: Ob das jetzt ein Schlagerabend ist oder ob das italienisch- oder spanische Klänge sind?

00:33:55: Dann unterhalten sich Menschen drüber zum Beispiel, wo habe ich denn das letzte Mal gehört oder wo war ich denn im Urlaub?

00:34:02: und das fängt an Menschen zu verbinden und dann werden auch Erinnerungen geteilt.

00:34:08: Schöne Erinnerungen, vielleicht auch manchmal traurige Erinnerung.

00:34:11: Weil vielleicht war man in dem letzten Italien Urlaub zusammen mit seinem Mann, der nun schon seit zehn Jahren tot ist... Aber das verbindet und das macht auch strahlende Augen.

00:34:23: Also einfach nochmal Dinge zu erleben, gemeinsam zu erlebten, auch mit anderen zu teilen Das verbindet Musik.

00:34:35: Ja, vielleicht ganz konkret.

00:34:37: Wo taucht Musik vielleicht noch auf?

00:34:40: Hört ihr zusammen Musik gibt es auch manchmal... wird noch Musik gemacht auch manchmal?

00:34:44: Gibt's was oder...?

00:34:47: Tatsächlich?

00:34:49: Wir haben einen älteren Herrn der tatsächlich seine Frau bei uns verloren hat und die da auch begleitet hat und uns treu geblieben ist so möchte ich vielleicht nennen und jeden Monat zu uns kommt.

00:35:04: Musik macht bei uns, also wir haben auch ein Klavier am Haus stehen und er singt tatsächlich dann gemeinsam auch Volkslieder mit den Gästen die da sind.

00:35:13: Und auch das bewegt Erinnerung ja und das macht auch ganz viel.

00:35:21: Das ist einfach immer auch ein schönes Zusammensein und er ist einfach auch immer gerne da und er erlebt ja auch tatsächlich nicht immer dieselben Gäste jeden Monat.

00:35:28: ne?

00:35:28: Sind ja auch immer unterschiedlich manchmal vor Sterbem Jahr bei uns Gästel relativ zeitnah oder sind eben doch länger da.

00:35:37: Das kommt ganz drauf an, aber erstellt sich da immer wieder darauf ein.

00:35:42: und ja wir haben auch tatsächlich einen Pfleger bei uns der auch selber sehr musikalisch ist.

00:35:50: Er hat selber eine Band und macht da auch ganz viele Veranstaltungen.

00:35:56: bei uns spielt selber Gitarre und Montamonica zitiert auch immer sehr gerne Ringe-Natz.

00:36:06: Da geht mein Herz auf, tatsächlich!

00:36:08: Wir haben jetzt letztens schon ein Gedicht von ihm gewünscht.

00:36:11: das hat er nämlich noch nicht gebracht.

00:36:14: ich würde dir einen Kachel aus meinem Ofen schenken.

00:36:19: so lieb genau ja das verbindet und dass macht auch schöne Momente.

00:36:29: Hast du nach einer Perspektive wieder drauf?

00:36:31: Ja, so das Verbindende.

00:36:32: Das kann ich definitiv unterstreichen.

00:36:35: Insbesondere merke ich eben wenn ich jetzt... Also wenn ich Familien wirklich sowohl den Hospizkast als auch die Angehörigen begleite also den Übergang begleiter.

00:36:46: Ich werde das Lied dann auf der Beerdigung, wenn die Angehörigen mit dabei sind genau und begleitet die Familie noch Und dann ist es wirklich ein verbindendes Element.

00:36:55: Wir haben wegen mir zu Tritt dieses Lied geschrieben Und die eine dritte Person ist jetzt leider verstorben, aber es ist trotzdem gemeinsam geschrieben worden.

00:37:05: Dass sie sich gemeinsamer innert wurden und das erlebe ich als ganz besondere wertvolle Erfahrung für die Familien – für mich natürlich auch!

00:37:15: Und dann ist in meinem Kontext auf jeden Fall ganz wichtig an die Emotionen ranzukommen, also wirklich mal weinen zu können.

00:37:26: Also ich weiß das im Trauerbegleitungsbereich, dass wenn Angehörige nutzen das Lied zum Beispiel wirklich dazu ihre Trauer zu verarbeiten – eine meinte mal, wenn sie merkt, die Traurigkeit kommt, dann hört sich das eine halbe Stunde auf Dauerschleife, lässt alles raus und danach geht es ja wieder besser!

00:37:45: Und dann macht Musik noch was, das kann ich nicht in Worte fassen.

00:37:49: Da erzähle ich eine Geschichte die ich gerade total gerne erzähle.

00:37:53: Ich habe vor kurzem mit einer Familie, mit einer Ohroma und ihrer Tochter zusammen für drei Ohrenkel geschrieben.

00:38:02: Die Ohrma war verstorben und ich bin auf die Beerdigung gefahren dieses Lied zu spielen.

00:38:08: Das erste Mal sah ich die Ohrenke, die waren so fünf und sieben Und das eine Mädchen, das fremdelte total.

00:38:16: Er hat eine totale Abneigung gegen Fremde gehabt und auch gegen mich.

00:38:20: Dann habe ich am Ende dieser Trauerzeremonie dieses Lied gespielt.

00:38:26: Und dann sind wir raus und dann war die Beerdigung und wir standen da im Grab der Oma.

00:38:31: und dann kommt dieses kleine Mädchen zu mir und kuschelt sich an mich und will dass ich sie auf den Schoß nehme.

00:38:39: Also da habe ich jetzt immer noch Gänsehaut und Drehndchen in den Augen.

00:38:42: Und ich bin wirklich vom Friedhof mit drei Kindern an der Hand daraus, und die waren die ganze Trauerfeier.

00:38:51: So sind sie bei mir auf dem Schoß und sind eigentlich... also ne?

00:38:55: Also insbesondere zwei sind für mich nicht mehr von der Seite gewichern und die Bedienung hat dann schon gedacht, ich bin die Mama!

00:39:02: Also das kann Musik auch.

00:39:04: Also unglaublich berührend.

00:39:07: Ich höre auch raus, es hat auf jeden Fall auch was Tröstenes.

00:39:09: Ja unbedingt!

00:39:11: Habe ich jetzt gerade gedacht als ihr gesagt habt verbindend.

00:39:13: das ist auch etwas Trösendes.

00:39:15: Eine sagte mal so schön für sie ist die so eine heilsame Begleitung.

00:39:21: Als ich die Lieder gehört habe also einige der Lieder habe ich gedacht es hat genau etwas Tröstens und auch eine Art Zuversicht oder eine Art schöne Leichtigkeit oder eine art ja Also nicht verbittert auf sein Leben zurück zu blicken, sondern auf das was an schönen Sachen passiert ist und was bleibt sozusagen.

00:39:40: Ich wollte tatsächlich noch etwas dazu sagen.

00:39:41: also ja die Trauerfeiern sind das eine.

00:39:44: aber es gab auch schon musikale Schmankel bei uns im Haus wo tatsächlich auch der Schreibende der mit dir zusammen geschrieben hat sozusagen ein kleines Konzert noch aufgeführt hat.

00:39:59: Also das habt ihr ja zusammen noch mal zu Lebzeiten sozusagen von unserem Gast.

00:40:02: Ach, wo wird das Konzert?

00:40:04: Ach, das war

00:40:04: der Polnister

00:40:05: Musiker!

00:40:06: Da wurde die ganze Familie mit da, genau.

00:40:09: Ja,

00:40:09: genau da.

00:40:10: War ich sehr froh, dass das Team immer dann so schnell reagiert und ich dann komme, wir mischen mal... Genau, und dann war echt relativ schnell noch ein Konzert für den Orchestermusiker und seine Familie uns noch ehemalige Kollegen aus dem Orchester organisiert.

00:40:28: Und ich hatte da noch mein Mitmusiker Christoph Schenker am Cello weil sich dann wieder irgendwie ergabt dass er mit seinen Verwandten mit dem Vater und dem Onkel glaube ich Musik gemacht hat über Jahre also wie das immer wieder so läuft Genau und das war halt auch so ein ganz, ganz tolle Zusammenarbeit.

00:40:48: Weil wir halt aus völlig unterschiedlichen Welten kamen.

00:40:51: Ich weiß noch genau wie ich vor der Tür stand und schwitze und dachte oh Gott, ja man kann Noten!

00:40:57: Und ich bin ja autodetaktin... ...und dann weiß ich nach genau wie er sich mir sagt, na wie soll denn das gehen?

00:41:03: So ohne Notenkonzept.

00:41:05: Dann dachte ich so... genau.

00:41:07: Und dann hat er gesagt, na spielen Sie doch mal was vor.

00:41:10: Und da hab' ich im Lied vorgespielt Und danach war alles verledigt.

00:41:17: Der hing mir an Lippen und konnte das gar nicht fassen, dann haben wir uns nachmittag ausgetauscht.

00:41:24: Das war so herrlich!

00:41:25: Ich habe gesagt für mich liegt die Musik überall ich muss eigentlich noch aus der Luft greifen.

00:41:30: Da hab' ich ein Akkord gespielt, da hab' einfach eine Melodie also nichts erschaffen und er konnte es gar nicht passen.

00:41:36: Und das wissen sie vorher nicht, was sie da singen.

00:41:39: Ich sage, nein!

00:41:40: Das kommt einfach aus mir raus und ich sage so eine Melodie und er erzählte mir, was ich jetzt für Noten gesungen habe... ...und das war wirklich also ganz, ganz tolle Begegnung.

00:41:48: auch das kann Musik.

00:41:49: Es löst halt einfach so viel auf.

00:41:53: Jetzt hast du gesagt, früher ernstere Lieder geschrieben oder deine Lieder werden vielleicht bunter?

00:42:00: Was hast Du denn durch die Arbeit im Hospiz oder mit Menschen, die im hospiz sind über Dich gelernt auch vielleicht über Umgang mit schwierigen Themen.

00:42:08: Das ist jetzt eine sehr persönliche Frage, wenn du nicht beantworten möchtest, aber hauptsächlich bei deinem musikalischen Schaffen oder schreiben über Themen inwiefern sich das verändert hat durch deine Arbeit?

00:42:20: Oder wie du auch über Dinge nachdenkst?

00:42:26: Also ich bin

00:42:28: noch

00:42:28: dankbarer geworden und also fürs Leben an sich.

00:42:39: Also was sich vor allen Dingen verändert hat ist, dass ich eigentlich weiß.

00:42:43: Dass die Musik damals, es war alles schön und gut.

00:42:46: aber das was ich jetzt

00:42:48: tue

00:42:50: da gehöre ich einfach hin.

00:42:51: also ich fühle mich da viel richtiger als das was Ich damals gemacht habe.

00:42:56: Damals hab' ich mich halt nochmal ganz anders mit schweren Themen beschäftigt.

00:43:01: Also ich hab auch mit Menschen geschrieben zum Beispiel die Kindesmissbrauch erlebt haben oder auch die Depressionen haben und Suizidgedanken, Kinder und weggekommene Pflegekinder.

00:43:12: Also ich habe das im Prinzip schon immer gemacht aber mir war es nicht bewusst.

00:43:17: Und jetzt hab' ich halt einfach genau das also was sich halt am besten kann mit Menschen tief sein nahe sein und aus dem Gehörten- und Gefühlen in Lied machen Und der Mensch gegenüber freut sich darüber und es ist für den was Besonderes.

00:43:35: Also ich brauche halt einfach keine Bühnen oder ganz viele Zuschauer, sondern wenn dieser eine Mensch da sitzt und berührt ist, wenn ich das Lied vorspiele, dann habe ich einfach das größte Geschenk mit dem was ich kann Menschen berühren und ja was Gutes in die Welt bringen.

00:43:56: Sylvia, wenn du mal sagen könntest Hauspiezarbeit in der Zukunft, in zehn Jahren gibt es Projekte wo du sagen würdest oder das sollte viel mehr in der Hauspizarbeit vorkommen.

00:44:07: Das soll es vielmehr geben.

00:44:09: Wir haben jetzt ein Projekt gehört aber gibt's da andere Sachen wo du sagst das fehlt unbedingt.

00:44:15: Das könnte ... das Leben.

00:44:17: ich sage es wird bunter machen als Leben im Hauspiz.

00:44:24: Ja tatsächlich Es gibt.

00:44:26: Es heißt ja nicht umsonst, dass ich das immer so sage mit dem Bund laut

00:44:30: und

00:44:31: lustig.

00:44:32: Weil es ist wahrscheinlich typisch deutsch, ein bisschen das Tod immer auch sehr stark mit Trauer und Schwarz- und Trauigkeit.

00:44:38: Das ist immer noch traurig.

00:44:39: Es gibt in anderen Ländern auch die Beerdigung, wo dann gefeiert wird, das Leben gefeert wird zum Beispiel.

00:44:45: In

00:44:45: Mexiko?

00:44:46: Genau, in Mexiko!

00:44:49: Genau, das Fester Toten, Taktor Toten... Was ich mir wünschen würde generell für das Thema Sterbentut und Trauer, vielleicht im Zusammenhang auch mit der Hospizarbeit.

00:45:02: Ich würde mir wünschten, dass das Thema nicht mehr so

00:45:05: tabuisiert

00:45:06: wird.

00:45:09: Dass man damit einfach offener umgeht?

00:45:11: Für mich ist es immer ein gutes Beispiel, dass viele Eltern Angst haben.

00:45:17: Ja also ... Ich geb mal ein Beispiel.

00:45:20: Das Haus entstanden in ... Ist eine Sackgasse wo unser Haus steht und ganz viele Einfamilienhäuser stehen da drum rum.

00:45:28: Und natürlich wohnen da auch kleine Kinder, also Familien mit kleinen Kindern.

00:45:32: Die erste Frage war noch nicht mal richtig.

00:45:35: die Tür eingebaut ist ja dann kommen hier ganz viele... Da kommt ja Matatü Dattau, da kommt ja immer der Leichenwagen und so.

00:45:42: Ach wie sehr wenn das in unseren Kindern erklären?

00:45:48: Das konnten wir gut auf... dröseln, weil tatsächlich die Angst nicht bei den Kindern besteht.

00:45:53: Weil sie gehen relativ offen damit um.

00:45:54: das muss man tatsächlich so sagen, weil die fragen danach aber wir Erwachsene haben davor Angst vor diesen Fragen die da kommen.

00:46:01: was passiert da?

00:46:02: wo geht er hin?

00:46:03: Wo geht Opa hin?

00:46:04: Wohin geht Oma hin?

00:46:06: wo geht der Käfer hin wenn er am Boden liegt umgedreht?

00:46:12: und die Fragen sind tatsächlich die wir als Erwachssene als angstvoll empfinden.

00:46:19: Da würde ich mir tatsächlich wünschen, dass da ein bisschen mehr noch in die Welt hinaus gestreut wird.

00:46:26: Dass wir dafür keine Angst haben müssen.

00:46:29: Es sagt man ja nicht umsonst ... Die Frage hast du Angst vor dem Tod?

00:46:35: Das ist nicht die Frage sondern vor dem Wie.

00:46:38: Nicht vor dem Tot, sondern die meisten würden sagen ihr vom Sterben selbst habe ich keine Angst aber vor dem wie ich sterbe Bestehen ja Ängste.

00:46:48: Ja und da würde ich mir wünschen, dass das noch ein bisschen mehr so in die Öffentlichkeit kommt.

00:46:51: Wie?

00:46:51: Was würde helfen... Dass es tatsächlich nicht nur traurig sein kann.

00:46:54: Was bräuchte du dafür?

00:46:58: Mehr Platz und mehr Raum glaube ich in der Gesellschaft.

00:47:02: Wie kann das passieren?

00:47:05: In dem man drüber spricht.

00:47:06: So wie wir das gerade tun.

00:47:09: Das ist so, ja.

00:47:12: Und das darf auch sein!

00:47:13: Man darf trauriger sein Warum auch nicht?

00:47:16: Und man muss immer sehen, es sind immer alle Beteiligten die traurig sein dürfen.

00:47:21: Ich sage immer also hat letztens erst wieder ein Gast bei uns, die dann angefangen hat zu weinen und ich habe gesagt das ist gar nicht schlimm Sie dürfen weinen weil sie verlieren auch was.

00:47:32: Nicht nur ihre Kinder verlieren sie sondern sie verliert ihr Leben Und sie verlieren ja auch ganz viel damit.

00:47:39: Sie verlieren ihre Kinder, ne?

00:47:41: Dann darf man auch weinen und dann darf man das rauslassen.

00:47:47: Ja...und ich finde ...das kann man aber eben mit schönen Dingen hochholen.

00:47:57: Warum soll man jetzt nicht in den Luftballon steigen lassen zu einer Beerdigung?

00:48:00: oder warum soll man da nicht tanzen wenn erjenige großer Tänzer war oder wenn derjenige gerne die und die Musik gehört hat.

00:48:08: Warum soll man die nicht einfach laut drehen, aber muss immer alles leise sein?

00:48:11: Und warum müssen wir alle weinen?

00:48:15: Muss immer alles schwarz sein!

00:48:16: Das ist tatsächlich in Deutschland auch etwas ganz Eigensinniges, dass wir immer ins Schwarz gehen müssen.

00:48:23: Ist das was für Stolches oder europäisch?

00:48:27: Ich kann es ja erst nur für Deutschland sagen.

00:48:30: Für mich ist es immer sehr eindrücklich wirklich Mexiko... wo es wirklich immer bunt ist.

00:48:35: Da wird gesungen, da wird ... dem Leben noch mal sozusagen Raum gegeben und aber auch dem Tod Raum gegeben.

00:48:42: Absolut!

00:48:44: Da werden ja auch so Masken getragen oder?

00:48:45: Wenn das nicht...

00:48:48: Ja genau, die sind dann ... die haben dann ... wir sind ja dann mal so angemalt, genau.

00:48:54: Aber man muss schon sagen dass es da wirklich eine Gegenbewegung gibt.

00:48:57: also es gibt einfach eine wirklich ganz tolle Bewegung in der Sterber- und Erinnerungskultur.

00:49:04: Also ich war bis jetzt, ich weiß nicht ob das auch da gerade liegt.

00:49:07: Dass Menschen halt die offen sind für dieses Projekt dann auch ein bisschen also ein bisschen offener sind für eine individuelle Beerdigung.

00:49:16: Ich hatte ja noch nie eine Beerdigung, also jetzt die ich begleitet habe, die schwarz war es war immer kommt so wie er denkt und da tut sich schon vieles.

00:49:27: Ich bin zum Beispiel im Wuhaner Netzwerk und da treffen sich ganz viele die ganz tolle Sachen anbieten, wo man auch die Urne selber macht oder... oder halt Erinnerungsstücke gebastelt werden und also da ist ganz viel in Bewegung.

00:49:45: Und das ist sehr schön zu sehen, aber ich bin auch in dieser Blase.

00:49:50: Also ich denke immer wow was es alles Schönes gibt!

00:49:54: So und deswegen sage man Mut zur individuelleren Beerdigung.

00:49:59: Aber da brauche ich viel Aufklärung weil eben ich auch immer wieder merke auch in meinen Fortbildungen dass einfach auch zu wenig wissen Darum besteht, was darf ich eigentlich bei einer Beerdigung?

00:50:14: Und das kommt dann sehr auf den Bestatter oder die Bestatterin drauf an.

00:50:19: Wie sehr die halt auch die Leute aufklären.

00:50:22: Haben sie jetzt Lust auf Extras?

00:50:25: Oder wollen die einfach nur klasse schnell-schnell?

00:50:28: Das ist so ein bisschen schade!

00:50:29: Dass da einfach so wenig Wissen existiert... Auch wie lange darf ich meinen Verstorbenen zu Hause?

00:50:36: haben.

00:50:37: Das ist ja von Bundesland zu Bundesland auch unterschiedlich, es sind alles Sachen das so wenig wissen.

00:50:42: und ich glaube wenn wir mehr Informationen an die Menschen rausgehen dann trauen sie sich vielleicht auch mehr und sind nicht so ausgeliefert dem Stadtrungsinstitut zu ausgeliefert dass die das dann alle so ein bisschen bestimmen und machen und sagen wie man das machen kann Sondern dass sie wirklich sagen, hey ich hätte jetzt gern das.

00:51:02: Ich hatte letztes eine Unterhaltung mit jemandem.

00:51:05: da ist einer verstorben der war Eventmanager und genau und er hat halt ein unglaubliches event aus der beerdigung gemacht.

00:51:13: also das war eine sause.

00:51:15: also der hat es erzählt wie das war.

00:51:18: die hat gesagt man braucht dann ne ganze zehwarrolle irgendwie um durch die beerdigungen zu kommen und da hat noch mal so richtig sein beruf

00:51:26: nochmal gezeigt.

00:51:27: ja

00:51:30: Letzte Frage.

00:51:31: Du hast gesagt, du bist ausgebildetisch Sterbe- und Trauerbegleiterin?

00:51:34: Was braucht es für eine gute Sterb- und trauer Begleitung?

00:51:38: Vielleicht dabei an beide die Frage... was macht eine gute Stereo- und Trauerbegleitung außer Musiker zu sein?

00:51:53: Ich glaube Aushalten.

00:51:55: Also aushalten ist tatsächlich viele mögen das Wort nicht aber es ist wirklich so dass da sein, das aushalten.

00:52:04: Das zuhören aber auch im richtigen Moment innehalten.

00:52:10: Ich glaube, das ist tatsächlich das was eine gute Trauerbegleitung ausmacht und desgegenüber als den Menschen wahrzunehmen der ja auch es genauso individuell mit seinen ganzen

00:52:30: Macken.

00:52:31: Mit seinen ganzen Liebenswürdigkeiten Mit allem, was da dazugehört?

00:52:38: Ja also doch kann ich mich nur anschließen.

00:52:41: Ich glaube es ist immer besser wenn wir sagen immer so den Raum halten.

00:52:45: Also einfach da sein.

00:52:47: Man nimmt sich als Mensch halt zurück und gibt dem anderen den Raum das auszudrücken um das zu machen was jetzt gerade dran ist.

00:52:58: Wirklich einfach Gefühle spiegeln und sowas.

00:53:01: Das ist eine ganz klassische... Methode nenne ich jetzt mal eine Gesprächsführung und einfach damit die Menschen diesen Raum bekommen, den sie vielleicht in manchen Bereichen gar nicht bekommen haben.

00:53:14: Und dass da jemand ist mit dem Sie auch über den Tod sprechen können.

00:53:18: So weil das mit Angehörigen nicht immer so einfach.

00:53:20: Weil das kommt ja meist also oft zu einer Reaktion von ach na komm wir haben doch jetzt noch ein bisschen Zeit es wird so weggestrichen.

00:53:30: Ja und ich glaube was auch eine gute Sterbebegleitung ausmacht, ist das eben nicht wegzustreichen.

00:53:37: Sondern den Raum zu geben und auch mal so schweigen!

00:53:41: Also wirklich einfach diese Stille auszuhalten... Ich habe mich mal mit einer Frau die konnte halt auch nicht sprechen.

00:53:49: Und das weiß ich noch und sie wollte das Lied nochmal vorspielen und dann hab' ich das Liet gespielt und dann hat's ja halt geweint und dann haben wir uns bestimmt fünf

00:53:59: Minuten

00:54:01: einfach nur in die Augen geguckt.

00:54:03: Wir haben ihre Hand gerätten Und sie hat geweint und hat mich dabei angeguckt.

00:54:07: Richtig tief, also diesen Blick werde ich nie vergessen

00:54:10: so.

00:54:12: Ich glaube, ja.

00:54:16: Ist es dieses Zeitnehmen oder dem Menschen Raum geben und ihnen zu sehen wie er ist?

00:54:22: Ist das Zeitnehmen schwieriger geworden in letzter Zeit durch Aufgaben oder in der Hospizarbeit?

00:54:27: oder kann man das nicht sagen?

00:54:35: Das würde ich nicht sagen!

00:54:37: Also wir haben schon die Zeit dafür... bei uns arbeiten ja ehrenamtliche Mitarbeitende tatsächlich genauso wie unsere Hauptamtliche Mitarbeiter.

00:54:57: Und wir haben da schon, ich sage mal einen guten Personalschlüssel.

00:55:00: also im Gegensatz zu anderen Gesundheitseinrichtungen muss man sagen.

00:55:03: also ob das jetzt eine Pflegeeinrichtung oder ein Krankenhaus ist kann man sagen Wir können die Zeit haben und wir haben die Zeit auch.

00:55:14: Und unsere Ehrenamtlichen sind da tatsächlich ein ganz großes Bindeglied, die eben ehrenamtlich sich Zeit nehmen und da sitzen.

00:55:25: Zuhören, Dasein...

00:55:27: Sind es auf Menschen, die nicht mehr arbeiten?

00:55:29: Das ist

00:55:29: unterschiedlich tatsächlich.

00:55:33: Kennst du glaube ich auch aus dem Kurs ne?

00:55:35: Ja.

00:55:35: Es sind von jung bis alt wirklich jeder Altersstruktur.

00:55:40: dabei kann man so sagen ja absolut Wir haben auch eine ernanntliche Mitarbeiterin, die kunsttherapeutisch bei uns Angebote macht.

00:55:50: Und sie ist also einer der Jüngsten, die ich tatsächlich kenne und... Ich glaube das muss von demjenigen vom Inkom irgendwie

00:56:01: nicht mehr so schön sagen.

00:56:02: Ja, würd ich gleich

00:56:03: fragen, was sagen die Leute?

00:56:04: Warum Sie das machen ehrenamtlich?

00:56:07: Was sind so die

00:56:08: Beweggründer?

00:56:09: Das ist tatsächlich auch sehr unterschiedlich.

00:56:12: unsere Hospiz, also unser Hospizverein sozusagen mit dem wir ganz eng arbeiten.

00:56:19: Die legen schon Wert darauf dass es tatsächlich nicht darum geht sich selbst zu heilen.

00:56:24: ja weil man eben selber eine Erfahrung gemacht hat das man jemanden verloren hat oder Dass man da irgendwie so auf sich selbst guckt sondern da geht's wirklich darum dass man für den anderen da ist.

00:56:42: Da kannst du dir auch kurz was dazu sagen weil deine Beweggründe waren ja auch mal Amtskurs zu machen?

00:56:48: Ja, also ich habe den Ehrenamtskurse eben auch gemacht.

00:56:51: Insbesondere natürlich als Vorbereitung auf meine Arbeit am Leipziger Diakonie aus Piz und war für mich eine unglaublich wertvolle Erfahrung.

00:57:00: und ich merke halt auch wie wichtig dieser Ehrenamt Kurs für mich war gerade was Gesprächsführungen angeht.

00:57:06: Da sitzen wirklich sehr unterschiedliche Menschen.

00:57:08: es sind natürlich auch Menschen da die eigene Erfahrung haben und die sie dann dazu bewegt haben.

00:57:16: Aber es gibt auch Leute, die einfach sagen, sie haben was gesucht und was ihnen Sinn gibt.

00:57:20: Sie würden gerne einfach etwas Ehrenamtliches machen und dann bin ich jetzt hier gelandet und finde das gut und gucken wir das mal an.

00:57:26: Also ganz unterschiedlich!

00:57:29: Ihr habt glaube ich auch zum Spennen... Kampagne gerade laufen oder ein Spendenprojekt, ist das richtig?

00:57:34: Oder gibt es das nicht mehr?

00:57:35: Das Radeprojekt ist schon abgelaufen.

00:57:37: Das Radeln, das Herzradeln...

00:57:39: Ja!

00:57:39: Das Herzradeln ist jetzt bald tatsächlich noch, hat noch nicht standgefunden.

00:57:42: Ihr könnt

00:57:43: Werbung machen

00:57:44: dafür

00:57:44: und wenn ihr

00:57:45: Lust habt.

00:57:48: Was heißt Werbung.

00:57:49: also wir arbeiten da mit Herrn Wiesner zusammen, Herr Wiesler organisiert das Ganze und macht da jedes Jahr sozusagen, tut er immer Firmen ansprechen Und dann natürlich auch Menschen, die zusammen radeln.

00:58:04: Ein gewisse Kilometer!

00:58:06: Da gibt es auch Strecken, die vorgegeben sind.

00:58:08: Allerdings war da der Schluss sozusagen dass man mit radeln kann.

00:58:13: schon im Ende April haben sich auch wieder viele gefunden, die sozusagen die verschiedenen Strecken fahren.

00:58:20: also es gibt vier verschiedene und eine Strecke tatsächlich ist so gestaltet das sie um Leipzig geht und ein Herz abbildet.

00:58:31: Genau, das Projekt ist tatsächlich eher durch einen Wiesner entstanden.

00:58:40: Das ist sein Herzensprojekt aber er unterstützt damit ja auch Einrichtungen wie zum Beispiel uns als Hospiz oder eben die Krebshilfe oder eben auch das Kinderhospiz.

00:58:52: also er sucht immer jedes Jahr dann Projekte aus bedenkt bei den Spendengeldern.

00:59:01: Wie kann man euch unterstützen?

00:59:02: Gibt es was, wie man euch unterschützen kann?

00:59:07: Ja also natürlich immer gerne mit Spenden aber wir haben auch eigene Spendenprojekte.

00:59:12: Wir haben zum Beispiel ein Spenden-Projekt das wir jetzt gerade bei Crownfunding der Stadt Leipzig mit auf der Seite hatten wo wir eine Steinsäule gestalten lassen wollen von einer Steinmetzerin hier in Leipzig Weil wir haben ja auch Rituale bei uns im Haus und ein Rituaal ist zum Beispiel, dass wir immer gerne von unseren Gästen oder von den anderen zugehörigen Steine gestalten lassen.

00:59:37: Ganz individuell mit zum Beispiel so... Also wir haben jetzt Steine bekommen wo Weinflaschen drauf sind oder Strandkörper oder die Sonne oder mehr.

00:59:48: Ich würde sagen was den Menschen

00:59:52: ums

00:59:52: Dänster ging der bei uns verstorben ist was ihnen so ein bisschen beschreibt.

00:59:58: Und diese Steine sollen bei uns im Garten einen Platz finden, also wir haben einen relativ großen Garten am Hospiz und wollen diese Steinsäule sozusagen gestalten lassen und darum sollen sozusagen diese Gedenksteine ihren Platz finden.

01:00:13: Das Projekt ist leider nicht so gelungen aber dafür würden wir gerne weiter sammeln weil wir wollen das gerne umsetzen und dann gibt es immer viele kleine andere Projekte die dann auch auf unserer Seite zu finden sind.

01:00:27: Kann man gerne mal nachgucken!

01:00:29: Wir haben halt viel über Musik geredet, ganz im Schluss wenn ihr möchtet könnt ihr eine Musik und eine Bucherempfehlung geben, kann ein kleiner Künstler sein... Ihr könnt euch auch für eins entscheiden, wenn ihr wollt.

01:00:38: Ein Buch das euch geprägt hat,

01:00:40: dass

01:00:41: zu einer bestimmten Zeit mein Lieblingsbuch war was ihr gerade gelesen habt und ne Musik vielleicht ihr euch geplägt habt oder zu der ihr eine besondere Erinnerung

01:00:49: habt?

01:00:52: Also Musik also meiner Favorites, die sich sozusagen schon seit Jahrzehnten durchziehen.

01:00:59: Das ist ein absoluter Lieblingsmusik und Bücher habe ich wahnsinnig viele gelesen.

01:01:07: aber ich habe wirklich einen Problem damit mich an den Titel zu erinnern.

01:01:13: also ich hab wahnsinn nicht viel Hermann Hesse gelesen

01:01:15: früher.

01:01:20: Also Musik die mich geprägt hat das war tatsächlich Freundeskreis Muss man ganz klar sagen, ja.

01:01:27: Und das begleitet mich tatsächlich auch irgendwie immer durch mein ganzes Leben weil da viel Wahrheit dahinter steckt in der Musik und natürlich auch tanzbar ist.

01:01:42: Büchern Ja Bücherm ähnlich wie bei Nadine.

01:01:46: tatsächlich muss ich sagen Ich habe auch schon viel gelesen und ich hab es immer schwer mit Titeln.

01:01:53: aber was ich tatsächlich gerade Ich bin jetzt nicht so ein Krimi-Fan, aber es gibt aktuell drei Bücher.

01:02:02: Ich nenne jetzt meinen Namen von Fizek.

01:02:04: Die sind tatsächlich keine Krimis ... Aber da geht's um Tod!

01:02:09: Und die sind wirklich toll.

01:02:11: also muss ich sagen und sie sind immer so leicht wegzulesen und lustig trotz dessen dass es da irgendwie immer um Tod geht.

01:02:21: Das sind so die, die mich jetzt in den letzten Jahren begleitet haben mehr tatsächlich.

01:02:25: Ganz herzlichen Dank für eure Empfehlung!

01:02:27: Zu Gast heute bei mir im Kulturwahn Sevia Beckhardt, Leiterin des Leipziger Diäkonomie-Hospis und Nadine Marie Schmid, Liedermacherin aus Leipzig.

01:02:37: Schön, dass ihr da seid.

01:02:39: Vielen Dank!